anwenderreportage
Springer Maschinenfabrik setzt bei Einstieg in die Blechfertigung auf Bystronic
Wer jährlich rund 700 Tonnen Blechteile zukauft, kommt irgendwann an den Punkt, an dem sich eine eigene Fertigung nicht nur rechnet, sondern strategisch sinnvoll wird. Genau diese Überlegung stand bei der Springer Maschinenfabrik GmbH am Beginn eines konsequenten Neueinstiegs in die Blechbearbeitung. Mit einer Laserschneidmaschine und Abkantpresse von Bystronic holte Springer den Zuschnitt und das Biegen von Blechteilen ins eigene Haus und gewinnt damit deutlich an Unabhängigkeit, Flexibilität und Planbarkeit.
Mit einem Fiberlaser und einer Abkantpresse von Bystronic ist die Springer Maschinenfabrik in die Blechfertigung eingestiegen. (Bilder: x-technik)
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Aufgabenstellung:
Einstieg in die Blechfertigung.
Lösung:
Laserschneidmaschine, Abkantpresse und durchgängige Software von Bystronic.
Nutzen:
Hauseigene Fertigung mit höchster Flexibilität; durchgängiger, transparenter Prozess vom Auftrag bis zum fertigen Teil.
Die Springer Maschinenfabrik GmbH ist ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Friesach (Kärnten). In dritter Generation geführt, plant, entwickelt und produziert Springer Maschinen und digitale Lösungen für die holzverarbeitende Industrie. Vom Transportieren, Sortieren und Qualifizieren von Holz bis hin zur Automatisierung, werden alle Prozesse auf höchstem technologischem Niveau umgesetzt. „Wir bieten für jeden Kunden ein individuelles und maßgeschneidertes Anlagenkonzept – von der Gesamtanlage bis hin zum Austausch einzelner Komponenten. Selbstverständlich übernehmen wir dafür neben der Inbetriebnahme und Montage vor Ort auch das Service von bestehenden Anlagen“, erläutert Martin Stark, Produktionsleiter bei Springer. Weltweit beschäftigt das klimaneutrale Unternehmen an fünf Standorten mehr als 500 Mitarbeitende.
Um optimale Produktionsprozesse und höchste Effizienz zu gewährleisten, verfügen die Nordkärntner nicht nur über langjährige Erfahrung und Know-how im Maschinen- und Anlagenbau, sondern auch in der Entwicklung von Automatisierungskonzepten, der Integration von Robotik, der Implementierung modernster Steuerungssysteme und Bedienkonzepte inklusive E-Engineering und SPS- Programmierung. Auch eine hauseigene mechanische Fertigung sowie Lackiererei stehen im Friesacher Werk zur Verfügung. Bei den benötigten Blechteilen war man allerdings bislang von Zulieferern abhängig. „Wir haben jährlich rund 700 Tonnen Blechteile zugekauft. Stetig steigende Transportkosten und der klare Fokus auf Zuverlässigkeit und Kundennähe haben uns veranlasst, in eine eigene Blechfertigung zu investieren“, berichtet Tobias Gucher, Einkaufsleiter bei Springer. Martin Stark bringt es auf den Punkt: „Wir wollten alles selbst in der Hand haben, um wesentlich schneller und flexibler agieren zu können.“
Die ByCut Smart 3015 verfügt über einen Arbeitsbereich von 3.000 x 1.500 mm und eine Laserleistung von 12 kW.
„Laserschneiden mit MixGas von Bystronic verbessert die Schnittqualität bei höheren Geschwindigkeiten erheblich, selbst bei geringer Materialqualität. Gleichzeitig sinkt durch den Wegfall der Oxidschicht der Aufwand in der Nachbearbeitung.“
Bystronic-Gesamtpaket absolut überzeugend
Seit Mai 2025 läuft in Friesach nun eine Maschinenkombination, die bei Springer mehr ist als eine Investition. Die Laserschneidmaschine ByCut Smart 3015 und die Abkantpresse Xpert Pro 320 von Bystronic markieren den Neueinstieg in zwei neue Fertigungstechnologien und haben seither die Reaktionsgeschwindigkeit im Sondermaschinenbau spürbar verändert. „Insbesondere bei Ersatzteilen, die für kurzfristige Serviceeinsätze dringend benötigt wurden, sind wir aufgrund der externen Beschaffung oftmals ausgebremst worden. Mit der eigenen Blechteilefertigung können wir nun unsere Kunden sehr rasch zufriedenstellen“, freut sich Gucher über die neuen Möglichkeiten.
Für den Neueinstieg wählte Springer bewusst eine durchgängige Komplettlösung eines Herstellers. „Im Anbietervergleich hat Bystronic eindeutig das für uns schlüssigste Gesamtkonzept abgeliefert. Das perfekte Zusammenspiel von Laser, Abkantpresse und der Software als digitales Rückgrat bietet uns nun höchste Flexibilität in der Planung und einen durchgängigen, transparenten Prozess vom Auftrag bis zum fertigen Teil“, zeigt sich Stark beeindruckt. Auch Einkaufsleiter Gucher ist voll des Lobes: „Bystronic hat uns mit ihrer kompetenten und vor allem ehrlichen Beratung die nötige Sicherheit gegeben, dass wir mit dem Technologieeinstieg den absolut richtigen Weg einschlagen.“
„Das perfekte Zusammenspiel von Laser, Abkantpresse und Software von Bystronic bietet uns in der hauseigenen Blechfertigung nun höchste Flexibilität in der Planung und einen durchgängigen, transparenten Prozess vom Auftrag bis zum fertigen Teil.“
Beeindruckende Geschwindigkeit und Kantenqualität
Beim Laserschneiden fiel die Wahl auf eine ByCut Smart 3015 mit einem Arbeitsbereich von 3.000 x 1.500 mm. Aufgrund des bei Springer auftretenden Material- und Blechstärkenspektrums bis zu 25 mm setzt man dabei auf eine Laserleistung von 12 kW. „Wir verarbeiten hauptsächlich Schwarzstahl wie S235 und S355 sowie Hardox, überwiegend von 8 bis 15 mm. So können wir mit unserem neuen Fiberlaser rund 90 Prozent unseres Teilespektrums abdecken“, schildert Stark, der ergänzt: „Die Empfehlung von Bystronic, beim Zuschnitt das Mixgasverfahren einzusetzen, war zudem überaus wertvoll. Das bringt enorme Vorteile bei der Schneidgeschwindigkeit und reduziert die Nachbearbeitung.“
Alexander Marx, Area Sales Manager bei Bystronic Austria, erklärt warum: „Unsere spezielle Mischung aus Stickstoff und Sauerstoff verbessert die Schnittqualität bei höheren Geschwindigkeiten erheblich, selbst mit geringer Materialqualität werden qualitativ hochwertige Teile erzielt. Gleichzeitig sinkt durch den Wegfall der Oxidschicht der Aufwand vor nachgelagerten Prozessen wie etwa dem Schweißen oder Lackieren massiv. Das ist ein echter Hebel bei Durchlaufzeiten und Kosten.“ Maschinenbediener Andreas Valentinitsch kann dies anhand praktischer Erfahrungen nur bestätigen: „Die Geschwindigkeit und Präzision sind extrem beeindruckend. Und das Entgraten ist zumeist erst bei Blechstärken von 20 oder 25 mm ein Thema, darunter kommen die Zuschnitte blitzsauber aus der Maschine.“
Anwender: Springer
Die Springer Maschinenfabrik GmbH plant, entwickelt und produziert Maschinen und digitale Lösungen für die holzverarbeitende Industrie. Vom Transportieren, Sortieren und Qualifizieren von Holz bis hin zur Automatisierung werden alle Prozesse auf höchstem technologischem Niveau umgesetzt. Weltweit beschäftigt das klimaneutrale Unternehmen an fünf Standorten mehr als 500 Mitarbeitende. Zudem investiert Springer konsequent in seinen Nachwuchs – aktuell sind 49 Lehrlinge in der Ausbildung.
Springer Maschinenfabrik GmbH
Hans-Springer-Straße 2
A-9360 Friesach
https://www.springer.eu/de
Prozesssichere Automatisierung
Damit der Laser sein Potenzial im Alltag auch ausspielt, ist die Maschine mit der automatischen Be- und Entladeeinheit ByTrans Extended ausgestattet. „Das automatische Rüsten des Schneidtisches und die Rücklagerung der Schneidteile erspart uns das sehr zeitaufwendige händische Beladen bzw. Abräumen“, freut sich Valentinitsch über die Entlastung. In Kombination mit der vollautomatischen Düsenzentrierung und einem Düsenwechsler kann die Maschine zudem Schneidaufträge „mannarm“ erledigen.
Für maximale Prozesssicherheit sorgen zahlreiche Assistenz- und Überwachungsfunktionen: Detection Eye ermittelt beispielsweise innerhalb von Sekunden die Lage des Blechs auf dem Schneidtisch. KerfScan als Schneidüberwachung im Stahlschnitt überprüft und gewährleistet zuverlässig, dass das Material vollständig durchgeschnitten wurde. „Besonders sinnvoll bei zunderbehaftetem Material oder bei generell schwankender Stahlqualität“, so Marx. Erwähnenswert findet er auch noch die Softwarefunktion Tilt Prevention, mit der Schneidpläne so erstellt werden, dass Teile beim Ausschneiden gar nicht erst kippen können: „Ein Algorithmus berechnet das mechanische Verhalten der Teile während dem Ausschneiden aus der Blechtafel. Dazu berücksichtigt Tilt Prevention eine Vielzahl von Parametern. Anschließend schlägt die Funktion Einstich- und Endpunkte des Lasers so vor, dass ein Kippen der Teile nach dem Ausschneiden möglichst vermieden wird.“ Dazu bringt sich Stefan Linzer, CAM-Programmierung bei Springer, mit ein: „Darüber hinaus gibt die Funktion Vorschläge für den bestmöglichen Fahrweg des Schneidkopfes über die Blechtafel. So entsteht eine ideale Schneidabfolge aller auf dem Schneidplan befindlichen Teile. Immer so, dass der Schneidkopf sich möglichst nicht über bereits ausgeschnittene Teile bewegt.“
Präzision ab dem ersten Teil
Der zweite Baustein der neuen Blechfertigung bei den Kärntnern ist die Xpert Pro 320, das Flaggschiff unter den Bystronic-Abkantpressen, ausgestattet mit 320 Tonnen Presskraft und 4.300 mm Biegelänge. „Mit mehr als 3,5 Meter Platz zwischen den Ständern kann auch bei großformatigen Blechen die gesamte Anschlagtiefe genutzt werden“ zählt Siegfried Hofer, Area Sales Manager bei Bystronic Austria, als Vorteil der 4-Meter-Maschine auf. Aus Sicht von Stefan Linzer bedeutet die größere Biegelänge darüber hinaus hohen Komfort „Es können über die gesamte Länge mehrere Stationen aufgebaut werden, sodass man Biegeteile oft „in einem Schritt“ in der Maschine durchbekommt und nicht ein weiteres Mal angegriffen werden müssen.“ Zusätzliche Unterstützung für die Maschinenbediener bietet die Abkantpresse mit einer Biegehilfe. „Wir haben schon Teile mit drei Metern, 15 mm Blechstärke und 350 kg Gewicht gebogen. Da ist die Biegehilfe eine massive Erleichterung und für die Kanter wirklich ‚Gold‘ wert“, verdeutlicht Linzer.
Speziell bei kleinen Losgrößen, wie sie bei Springer üblich sind, spielt die Präzision ab dem ersten Teil eine besonders wichtige Rolle. Dies erfüllt die Xpert Pro mit Assistenzfunktionen, wie etwa dem optischen Winkelmesssystem Lams, die Blechstärkenschwankungen sowie Rückfederungs- und Walzrichtungsunterschiede automatisch kompensieren. Aufgrund des permanent gemessenen Kraftverlaufes erfolgt die Einstellung der hydraulischen Bombierung automatisch. Für die notwendige Kompensation der Ober- und Unterwangendeformation sorgen Kurzhubzylinder in der Unterwange. Erfordert die Teilegeometrie innerhalb einer Biegefolge unterschiedliche Biegekräfte, geschieht diese Anpassung automatisch. „Unsere Echtzeitkompensationssysteme gewährleisten absolut höchste Wiederholgenauigkeit. Ohne langes Tüfteln des Bedieners vereinfachen intelligente Systeme wie der Kurvengenerator den Biegeprozess, der unter Berücksichtigung der zu erwartenden Rückfederung, des Radiusfaktors und der Biegeverkürzung automatisch die Biegekurve berechnet“, zählt Marx einige der Stärken der Abkantpresse auf. Für eine erhöhte Bedienersicherheit während des Biegens sorgt die kamerabasierte Biegelinienabsicherung Fastbend G2.
BySoft Shopfloor: Geniale Schaltzentrale
Ein zentraler Hebel ist die Software BySoft Shopfloor und ihre Rolle als Schnittstelle zwischen ERP-System, Arbeitsvorbereitung und Maschinen. Bei Springer ist Shopfloor direkt mit dem ERP verknüpft: Aufträge werden aus dem ERP ausgeschrieben, in Shopfloor erfasst, geprüft, programmiert und anschließend strukturiert an Laser und Abkantpresse übergeben. „Durch die automatische Übergabe relevanter Auftrags- und Produktionsdaten werden manuelle Eingaben reduziert und Fehlerquellen minimiert. Gleichzeitig hat man jederzeit einen klaren Überblick über offene, in Bearbeitung befindliche sowie abgeschlossene Aufträge“, ist Linzer von der Durchgängigkeit des Systems begeistert. Ist beispielsweise ein Teil an der Abkantpresse fertig, wird dies über Shopfloor ans ERP zurückgemeldet und Mitarbeiter an nachfolgenden Bearbeitungsstationen bekommen unmittelbar auf ihren Terminals signalisiert, dass das Teil abgeholt werden kann. „Diese Transparenz ermöglicht eine gezielte Steuerung der Produktionskapazitäten, eine optimale Auslastung der Maschinen und reduziert Nebenzeiten deutlich“, so Produktionsleiter Martin Stark.
Für CAM-Programmierer Stefan Linzer ist zudem auch die gesamte Pogrammiersoftware intuitiv und überaus einfach zu bedienen. „Zahlreiche Automatik-Funktionen unterstützen mich bei der Programmierung, unter anderem werden sämtliche Biegeverkürzungen automatisch einberechnet, auch die Schachtelpläne werden verschnittoptimiert generiert, inklusive Resttafelverwaltung.“
Schneller, unabhängiger und beim Verschnitt jetzt schon besser
Für Martin Stark hat sich die Investition in eine hauseigene Blechteilefertigung absolut ausgezahlt: „Wir sind nahezu unabhängig, wesentlich flexibler und reaktionsschneller, wenn´s mal schnell gehen muss.“ Man lerne nach wie vor jeden Tag dazu, doch konkrete Kennzahlen aus der Praxis können sich schon sehen lassen: „Bei unseren Zulieferern mussten wir etwa 30 % Verschnitt einkalkulieren. In der eigenen Fertigung haben wir es innerhalb kürzester Zeit auf unter 20 % geschafft. Bei manchen Schneidplänen liegen wir sogar bei 5 %. Dies zeigt, wie gut unsere Routinen bereits greifen, aber auch welches Optimierungspotenzial noch vorhanden ist.“
Dabei möchte er nicht unerwähnt lassen, dass der ausgezeichnete Support von Bystronic einen sehr wesentlichen Teil zu diesem erfolgreich gemeisterten Technologieeinstieg beigetragen hat: von der technischen Beratung zu Beginn über die Inbetriebnahme und Einschulung vor Ort bis hin zur aktuellen Unterstützung. In Friesach zeigt sich seit Mai 2025, wie schnell ein Neueinstieg gelingen kann, wenn Technologien, Automatisierung, Software und Support ideal zusammenspielen. Oder, wie es der Produktionsleiter formuliert: „Wir haben uns bei Bystronic von Anfang an gut aufgehoben gefühlt.“ Genau das ist bei einem Neustart oft der entscheidende Faktor für echten Fortschritt.












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