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UCIMU: Italiens Werkzeugmaschinenindustrie 2025 mit schwachem Wachstum

Nach einem besonders schwierigen Jahr 2024 erwies sich auch 2025 für die italienischen Hersteller von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen als ein insgesamt schwaches Jahr. Die Produktion legte nur geringfügig zu, gebremst vor allem durch den Rückgang des Exportes, dem keine ausreichende Erholung der Inlandsnachfrage gegenüberstand. Für 2026 werden zwar bessere Ergebnisse erwartet, jedoch sind die Prognosen angesichts der starken Instabilität der allgemeinen Situation von Vorsicht geprägt. Dies geht aus den Vorabdaten für 2025 und den Prognosen für 2026 hervor, die vom Centro Studi & Cultura di Impresa von UCIMU–Sistemi per Produrre kürzlich veröffentlicht wurden.

Die italienische Werkzeugmaschinenindustrie erwartet nach einem schwachen Jahr 2025 ein moderates Wachstum für 2026.

Die italienische Werkzeugmaschinenindustrie erwartet nach einem schwachen Jahr 2025 ein moderates Wachstum für 2026.

Insbesondere belief sich die Produktion im Jahr 2025 auf 6.420 Millionen Euro und verzeichnete somit einen Anstieg von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Das Jahr wurde von einem deutlichen Rückgang des Exportes gekennzeichnet, der auf 3.710 Millionen Euro gesunken ist, was einem Minus von 13,2 % gegenüber 2024 entspricht. Nahezu alle wichtigsten Absatzmärkte des branchenspezifischen „Made in Italy“ wiesen eine negative Entwicklung auf, was die schwierige internationale Lage bestätigt.

Laut der von UCIMU erarbeiteten ISTAT-Daten bezüglich des Zeitraumes Jänner-September 2025 (letzte verfügbare Erhebung) waren die wichtigsten Absatzmärkte des italienischen Angebotes nur an Werkzeugmaschinen: die Vereinigten Staaten (423 Millionen Euro, -8,1 %); Deutschland (196 Millionen Euro, -29,7 %); Frankreich (145 Millionen, -0,5 %), Indien (135 Millionen Euro -4,2 %); Polen (135 Millionen Euro, +13,3 %).

Auf interner Ebene hat der Wiederanstieg des Verbrauchs, der um 20,5 % auf 4.465 Millionen Euro gestiegen ist, das Wachstum der Lieferungen der italienischen Hersteller auf dem Inlandsmarkt gefördert, die sich bei 2.710 Millionen Euro eingependelt haben, d .h. 32 % mehr gegenüber dem Vorjahr. Trotz der erheblichen Steigerungen dieser beiden Indikatoren sind die Ergebnisse wenig zufriedenstellend, da sie weiterhin deutlich unter denen in den vorangegangenen Jahren erzielten Werten liegen.

Das Verhältnis Export/Produktion ist weiterhin gesunken und liegt bei 57,8 %.

Für 2026 wird laut Prognosen des Centro Studi UCIMU ein (noch) mäßiger Anstieg der Wirtschaftsindikatoren erwartet. Insbesondere, wird die Produktion im Jahr 2026 erneut ansteigen und sich bei 6.590 Millionen einpendeln (+2,6 % gegenüber 2025).

Dieses Ergebnis wird sowohl durch die Rückkehr des Exportes in den positiven Bereich (+0,7 %) gegenüber 2025, der sich auf 3.735 Millionen Euro belaufen wird, als auch durch den Anstieg der Auslieferungen der italienischen Hersteller bestimmt, die sich – getragen von der steigenden Inlandsnachfrage – bei 2.855 Millionen Euro einpendeln werden (+5,4 %) gegenüber 2025.

Der italienische Verbrauch von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen wird auf 4.730 Millionen ansteigen, was einem Plus von 5,9 % gegenüber 2025 entspricht. Auch der Import wird von der Erholung der Inlandsnachfrage profitieren, wie die Prognose zeigt, die einen Zuwachs von 6,8 % auf 1.875 Millionen Euro aufweist.

Das Verhältnis Export/Produktion wird weiter sinken und bei 56,7 % liegen.

Riccardo Rosa, Präsident von UCIMU, kommentierte dies wie folgt: „Nach einem wirklich schwierigen Jahr 2024 hat sich 2025 als Jahr der Trendwende bestätigt mit dem Übergang vom Minus zu einem – wenn auch sehr bescheidenen – Wachstum der Produktion. Tatsächlich hat wider Erwarten der Export das Gesamtergebnis sehr stark belastet.

Die internationale geopolitische Instabilität, die offenen Konflikte in Europa und im Nahen Osten, der Zollkrieg von Präsident Trump und die daraus resultierende neue (Un-)Ordnung des Welthandels haben unsere Exporte stark unter Druck gesetzt.“

Im Inland auf Mehrjährigkeit der Maßnahmen setzen

„Besser als erwartet war hingegen die Performance der italienischen Hersteller von Werkzeugmaschinen auf dem Inlandsmarkt, wo jedoch nur ein kleiner Teil des in den beiden Vorjahren verlorenen Terrains zurückgewonnen werden konnte. Ausschlaggebend hierfür waren die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Maßnahme ‚Transizione 5.0‘, die mit unverzeihlicher Verzögerung gestartet ist, mehrfach angepasst werden musste und erst in den letzten Monaten ihrer Laufzeit wirklich einfach nutzbar wurde, bevor sie schließlich mehr als einen Monat vor dem ursprünglich für den 31. Dezember vorgesehenen Termin abrupt beendet wurde.“

„Trotz der zahlreichen aufgetretenen Schwierigkeiten“, fuhr Präsident Rosa fort, „haben die erzielten Ergebnisse jedoch den Nutzen von 5.0 – ebenso wie von 4.0 – als Instrument zur Förderung von Investitionen in neue Produktionstechnologien in Italien bestätigt.“

„Wir hoffen, dass die von den Regierungsstellen vorgesehenen Fördermaßnahmen, die derzeit im Rahmen der Ausarbeitung des Haushaltsgesetzes 2026 diskutiert werden, tatsächlich einfach anzuwenden und schnell operativ sein werden. Wir italienischen Werkzeugmaschinenhersteller“, so der UCIMU-Präsident weiter, „fordern schlicht Klarheit und Unmittelbarkeit. Damit die Maßnahme wirkt, muss sie wenig Bürokratie vorsehen und bereits in den ersten Wochen des neuen Jahres freigegeben werden und verfügbar sein. Nur so kann das Instrument – das auf dem Papier insgesamt sinnvoll erscheint – dem verarbeitenden Gewerbe des Landes echte Vorteile bringen.“

„Vor diesem Hintergrund“, fügte Riccardo Rosa hinzu, „begrüßen wir sehr die jüngste Ankündigung der Regierung, auf die Mehrjährigkeit der Maßnahme zu setzen. Über eine Regelung, von 2026 ab bis 2028 verfügen zu können, ist zweifellos eine umsichtige Entscheidung, da sie es den Kundenunternehmen ermöglicht, ihre Investitionen zu planen, und den Herstellern, die Produktion zu organisieren und die Arbeitslast optimal an die eigene Produktionskapazität anzupassen.“

Intensiver Ausbau der internationalen Handelsbeziehungen

„Auf internationaler Ebene zwingen die Abschwächung einiger Märkte, angefangen bei Deutschland, das von der Krise der Automobilindustrie hart getroffen ist, die Absatzschwierigkeiten in den USA, unserem wichtigsten Exportmarkt, infolge der Zölle, sowie die Schließung besonders chancenreicher Regionen wie Russland zu einer noch intensiveren Arbeit beim Ausbau der Handelsbeziehungen sowohl mit den traditionellen als auch mit den sogenannten ‚alternativen‘ Regionen, darunter die Länder des Mercosur-Raumes. Aus diesem Grund“, fuhr Riccardo Rosa fort, „ist es entmutigend in den Zeitungen zu lesen, dass Italien zu den Ländern gehört, die den Fortgang des Verfahrens zum Abschluss des EU-Mercosur-Abkommens infrage stellen, das sich de facto in der finalen Phase befindet. Gerade jetzt, in einer besonders heiklen Phase für den internationalen Handel, einen Rückzieher zu machen, wäre ein schwerwiegender Fehler.“

„Auch auf der Grundlage dieses Abkommens hat der Verband in den letzten zwei Jahren seine Initiativen für die Länder Lateinamerikas verstärkt. Neben den in Brasilien durchgeführten Erkundungsmissionen, die darauf abzielten, die Partnerschaften mit dem lokalen System aus Institutionen, Unternehmen und Interessenvertretungen zu stärken, hat UCIMU interessante Gespräche mit den industriellen Verbänden Argentiniens aufgenommen, die den Weg für neue Kooperationen zwischen den Industrien beider Länder ebnen sollen. Darüber hinaus, so Präsident Rosa, haben wir die sogenannten Partner- und Beobachterstaaten im Zusammenhang mit dem Abkommen nicht außer Acht gelassen, in der Überzeugung, dass auch sie interessante Chancen für unsere Unternehmen bieten können. Unter den Mercosur-assoziierten Ländern haben wir Chile besondere Aufmerksamkeit gewidmet, wo nach einer Erkundungsmission ein Projekt zur Entwicklung eines Technologiezentrums unter Beteiligung lokaler Universitäten geprüft wird. Unter den Beobachterstaaten hingegen richtet sich unser Fokus auf Mexiko, wo seit Anfang 2025 die ‚Oficina Italiana de Promoción México‘ tätig ist – ein Desk, der italienische Unternehmen bei der Markterschließung und -durchdringung dieses auch für Mittel- und Nordamerika bedeutenden Marktes unterstützt.“

„Mit Blick auf Asien stehen Indien und die Länder Südostasiens für uns besonders im Fokus, da sie sich durch ein sehr starkes Wachstum und eine positive Haltung gegenüber unseren Unternehmen auszeichnen. Dies wie die Dynamik der von der Vereinigung unterstützten Aktivitäten belegt: vom Desk India über das ITC-India-Netzwerk bis hin zum IMT-Vietnam-Netzwerk, die beide kürzlich erneuert wurden.“

„Werfen wir einen Blick auf Europa, so hoffen wir – während wir darauf warten zu sehen, wie die deutsche Wirtschaft und die verarbeitende Industrie auf die von der Regierung Merz ergriffenen Maßnahmen reagieren werden –, dass die EU eingreift, um Zeitpläne und Modalitäten des Übergangs zur grünen Mobilität zu korrigieren, um das Risiko einer industriellen Verödung des Alten Kontinents zu vermeiden. Das Prinzip der technologischen Neutralität ist aus unserer Sicht die einzig richtige Antwort auf diese Situation.“

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