80 Jahre Wagner Stahl: Verlässlich. Mehr. Wert.

Wagner Stahl aus Pasching feiert heuer sein 80-jähriges Bestehen. Was 1946 als Handel mit Alt- und Abfallstoffen aus Metallen begann, hat sich über acht Jahrzehnte zu einem renommierten Spezialisten für Zuschnitt, Anarbeitung, Komponentenbau und Stahlhandel entwickelt. Mit einem modernen Maschinenpark, konsequenter Digitalisierung und ambitionierter Nachhaltigkeitsstrategie gewährleistet das oberösterreichische Familienunternehmen eine überaus flexible Auftragsfertigung ab Losgröße 1. Was Wagner Stahl dabei besonders macht, ist die bewusste Entscheidung, nicht um jeden Preis zu wachsen, sondern das Bestehende kontinuierlich zu optimieren. Das Jubiläum bietet Anlass, auf eine beeindruckende Entwicklung zurückzublicken und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten.

Sieben Brennschneidanlagen bilden das Rückgrat der Fertigung von Wagner Stahl. (Bilder: x-technik)

Sieben Brennschneidanlagen bilden das Rückgrat der Fertigung von Wagner Stahl. (Bilder: x-technik)

Christine Wagner
Geschäftsführerin, Alfred Wagner Stahl-Technik & Zuschnitt GmbH

„Wagner Stahl steht für Verlässlichkeit, Qualität und Menschlichkeit. Diese Werte haben uns 80 Jahre lang getragen und sie werden auch künftig bestimmen, wie wir unser Unternehmen weiterentwickeln.“

Es gibt Unternehmen, die wachsen, weil sie jede Marktchance nutzen. Und es gibt Unternehmen, die wachsen vor allem an ihren Aufgaben. Wagner Stahl-Technik aus Pasching gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Seit 80 Jahren steht das Familienunternehmen für Zuverlässigkeit, Handschlagqualität und präzise Stahlbearbeitung. Zugleich zeigt Wagner eindrucksvoll, dass Tradition und Fortschritt kein Widerspruch sein müssen. Denn wer heute durch die Produktionshallen des oberösterreichischen Lohnfertigers geht, trifft auf leistungsstarke Brennschneidanlagen, moderne Strahltechnik und Anarbeitungsprozesse, clevere Lösungen in der innerbetrieblichen Logistik, ein neues Bohrbearbeitungszentrum und eine Organisation, die mit Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Mitarbeiterorientierung entschlossen in die Zukunft denkt. „Unser Motto lautet nicht ‚Schneller, höher, weiter´, sondern ‚Effizient, gesund, menschlich´“, beschreibt Geschäftsführerin Christine Wagner die Philosophie des Unternehmens.

Sieben Brennschneidanlagen bilden das Rückgrat der Fertigung von Wagner Stahl. (Bilder: x-technik)

Sieben Brennschneidanlagen bilden das Rückgrat der Fertigung von Wagner Stahl. (Bilder: x-technik)

Christian Aufreiter
Betriebsleiter, Alfred Wagner Stahl-Technik & Zuschnitt GmbH

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor neben modernen Maschinen sind vor allem unsere Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen und jeden Tag den Anspruch haben, das bestmögliche Ergebnis für unsere Kunden herauszuholen.“

Tradition mit modernen Ansätzen verbinden

Die Geschichte von Wagner Stahl beginnt im Jahr 1946. Damals gründete Alfred Wagner sen., Großvater der heutigen Firmenchefin, das Unternehmen in Linz (mit Lagerplatz am Bahnhof Traun) und handelte zunächst mit Alt- und Abfallstoffen aus Eisen, Metallen und Maschinen. Bereits 1950 begann man mit dem Zuschneiden von Stahltafeln mittels Handschneidbrenner bis 100 mm Materialstärke. In den folgenden Jahren erhielt das Unternehmen unter anderem mehrere große Demontageaufträge, etwa die Gleisanlagen der Salzkammergut-Lokalbahn zwischen Bad Ischl und Salzburg, die im Krieg zerstörte Nordbahnbrücke in Wien oder der Abbau von Metallkonstruktionen im Umfeld des Kraftwerks Kaprun.

1958 wurde schließlich die erste einfache Brennschneidmaschine angeschafft. In den 70er-Jahren erfolgte schließlich die Übersiedelung nach Pasching und der Start des Brennzuschnitts mit zwei fotoelektrischen Brennschneidanlagen. Ein prägendes Kapitel begann mit Alfred Wagner jun., der 1979 den Betrieb in zweiter Generation übernahm, seine Entwicklung maßgeblich vorantrieb und erfolgreich in das nächste Jahrtausend führte, ehe er im Jahre 2011 die Geschäftsführung an seine Tochter Christine Wagner übergab. „Wenn man auf diese 80 Jahre blickt, sieht man, dass sich das Unternehmen natürlich stark verändert hat, ohne allerdings seine Identität und Werte aufzugeben“, so die Firmenchefin. Unter ihrer Führung wurden etwa das gesamte Firmenareal sowie der Maschinenpark umfassend modernisiert und wird mit regelmäßigen Investitionsoffensiven weiter forciert. „Dabei ist unsere oberste Prämisse, bewährte Traditionen mit modernen Ansätzen zu verbinden, ob im respektvollen Umgang mit den benötigten Ressourcen, in der Mitarbeiterführung oder beim wirtschaftlichen Handeln“, formuliert sie jenen Anspruch, der bei Wagner tagtäglich gelebt wird. Betriebsleiter Christian Aufreiter, der für die Chefin seit nunmehr zwölf Jahren ein wichtiger Ratgeber bei Firmenentscheidungen ist, ergänzt dazu: „Unser Ziel ist es, nicht um jeden Preis größer zu werden, sondern vielmehr, das Bestehende kontinuierlich zu verbessern, um letztendlich unseren Kunden die bestmögliche Qualität zu liefern.“

Wagner Stahl verarbeitet monatlich rund 1.000 Tonnen Material.

Wagner Stahl verarbeitet monatlich rund 1.000 Tonnen Material.

Mit dem neuen Bohrbearbeitungszentrum können nun auch Bohrungen und Gewinde bis 40 mm Durchmesser angeboten werden.

Mit dem neuen Bohrbearbeitungszentrum können nun auch Bohrungen und Gewinde bis 40 mm Durchmesser angeboten werden.

Feier am Tag der offenen Tür

Gefeiert wird das Jubiläum im September am „Tag der offenen Tür“. Geladene Gäste erhalten dabei einen umfassenden Einblick in die moderne Stahlverarbeitung und können zahlreiche Fertigungstechnologien hautnah erleben. Neben geführten Rundgängen durch die Produktion werden auch zahlreiche Technologiepartner vor Ort sein. „Beispielsweise wird von Messer eine absolute Koryphäe der Autogentechnik über aktuelle Entwicklungen informieren und erklären, warum es neben modernster Schneidtechnologie so wichtig ist, so wie bei Wagner großen Wert darauf zu legen, die Maschinenbediener sehr gut zu schulen und in regelmäßigen Abständen weiterzubilden“, freut sich Aufreiter schon jetzt auf intensive Gespräche.

Des Weiteren wird MTL als österreichische Vertretung von Ficep und Turbotecnica moderne Lösungen in den Bereichen Strahlen und Bohren präsentieren. Darüber hinaus wird Zehnder vertreten sein, die über innovative Konzepte zur Luftreinigung und Feinstaubreduktion informieren. „Zudem erhalten die Gäste detaillierte Einblicke in die nachhaltigen Energieprojekte, die wir bereits umgesetzt haben. Wir möchten unseren Gästen einfach zeigen, warum wir in bestimmte Technologien investieren, welchen Nutzen unsere Kunden daraus ziehen und warum qualifizierte Mitarbeiter und ein gelebter Teamgeist nach wie vor entscheidende Erfolgsfaktoren sind“, erläutert der Betriebsleiter. Für das leibliche Wohl sei selbstverständlich auch gesorgt.

Die neue, große Durchlaufstrahlanlage brachte nicht nur einen deutlichen Qualitätssprung, sondern auch erhebliche logistische Vorteile. Der rund 60 m lange Rollengang verbindet drei Produktions- bzw. Lagerhallenabschnitte.

Die neue, große Durchlaufstrahlanlage brachte nicht nur einen deutlichen Qualitätssprung, sondern auch erhebliche logistische Vorteile. Der rund 60 m lange Rollengang verbindet drei Produktions- bzw. Lagerhallenabschnitte.

Mit der kleineren Durchlaufstrahlanlage können Kleinteile nun wesentlich effizienter bearbeitet werden.

Mit der kleineren Durchlaufstrahlanlage können Kleinteile nun wesentlich effizienter bearbeitet werden.

Wagner Stahl fertigt ab Losgröße 1. Bei dringendem Bedarf werden Teile sogar innerhalb von 24 Stunden eingeschoben und ausgeliefert.

Wagner Stahl fertigt ab Losgröße 1. Bei dringendem Bedarf werden Teile sogar innerhalb von 24 Stunden eingeschoben und ausgeliefert.

Brennschneiden als Herzstück

Einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil sieht Aufreiter in der hohen Flexibilität von Wagner Stahl: „Was die wenigsten Mitbewerber anbieten, aber eine unserer großen Stärken ist: Wir fertigen ab Losgröße 1. Da wir keine starre Produktionsplanung verfolgen, können wir bei dringendem Bedarf sogar innerhalb von 24 Stunden Teile einschieben und ausliefern. Ein großer Vorteil für unsere Kunden.“ Die Schlüsselprozesse liegen dabei im Zuschnitt. Insgesamt sieben Brennschneidanlagen bilden das Rückgrat der Fertigung und verarbeiten monatlich rund 1.000 Tonnen Material. Beim Autogenschneiden können Bleche mit Materialstärken von 8 bis 300 mm bis zu einem maximalen Schneidbereich von 14.000 x 6.000 mm bearbeitet werden. „Das maximale Stückgewicht liegt bei 19 Tonnen“, ergänzt Aufreiter. Beim Plasmaschneiden verfügt man über einen maximalen Schneidbereich von 12.000 x 6.000 mm, auf dem Materialstärken von 4 bis 45 mm verarbeitet werden können. „Zusätzlich sind Fasen bis 45 Grad sowie das Markieren von Bohrbildern und Kantlinien möglich“, so der Betriebsleiter.

Neben dem Brennschneiden verfügt Wagner zusätzlich über ein breit gefächertes Leistungsspektrum. Dazu zählen Strahlen, Entgraten, Fasen, Richten sowie seit Kurzem auch Bohren oder Gewindeschneiden. Seit der Investition in ein neues Bohrbearbeitungszentrum von Ficep können nun auch Bohrungen und Gewinde bis 40 mm Durchmesser bei Materialstärken bis zu 80 mm angeboten werden. Auch präzise Bearbeitungen wie Anreißen, Scribing, Spitzsenken und Markieren sind damit möglich. „Die Nachfrage nach Bauteilen mit Bohrungen und Gewinden ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Früher mussten wir solche Aufträge über Partner abwickeln oder sogar ablehnen. Heute erhält der Kunde diese Leistung ebenfalls direkt von uns aus einer Hand“, ist Christine Wagner froh über das von ihr neu erschlossene Geschäftsfeld.

TEAMGEIST großgeschrieben: Eine offene, partizipative und wertschätzende Kommunikation ist fester Bestandteil der Unternehmenskultur. (Bild: www.mecgreenie.at/Wagner Stahl)

TEAMGEIST großgeschrieben: Eine offene, partizipative und wertschätzende Kommunikation ist fester Bestandteil der Unternehmenskultur. (Bild: www.mecgreenie.at/Wagner Stahl)

Strahlend neu

Auch im Bereich Strahlen wurde erneut massiv investiert, sodass in den Wagner-Hallen zwei neue Durchlaufstrahlanlagen bereitstehen. Die große Anlage ersetzte eine in die Jahre gekommene Maschine und brachte den Oberösterreichern nicht nur einen deutlichen Qualitätssprung, sondern auch erhebliche logistische Vorteile. Denn ein dafür installierter, rund 60 Meter langer Rollengang verbindet drei Produktions- bzw. Lagerhallenabschnitte miteinander, wodurch großformatige Bleche künftig deutlich effizienter innerbetrieblich bewegt werden können – unabhängig davon, ob sie gestrahlt werden oder nicht. „Damit reduzieren wir den innerbetrieblichen Lkw-Verkehr und benötigen weniger zusätzliche Arbeitsmittel und Personal für Transportvorgänge“, zeigt sich Aufreiter zufrieden.

Gleichzeitig ermöglicht die moderne Regelung der neuen Strahlanlage eine präzisere Einstellung von Parametern wie Durchlaufgeschwindigkeit, Strahlgutmenge und Aufprallgeschwindigkeit des Strahlguts. „Mit dem Ergebnis einer deutlich höheren und reproduzierbaren Qualität, verbesserten Energieeffizienz, eines reduzierten Strahlgutverbrauchs bei einer wesentlich komfortableren Bedienung“, so der Betriebsleiter. Ergänzend dazu ist eine weitere, kleinere Durchlaufstrahlanlage im Einsatz, die dank eines kleinmaschigen Gittergurts speziell für Kleinteile ausgelegt ist. „Die dafür zuvor genutzte Muldenbandstrahlanlage konnte nur Teilegrößen bis zu 400 mm bearbeiten. Alles darüber hinaus mussten wir auf der großen Anlage strahlen. Das war natürlich mit unnötigem Material- sowie Energieaufwand verbunden und völlig unwirtschaftlich“, verdeutlicht Aufreiter, der zudem im Vergleich von einer Zeitersparnis von rund 30 Prozent spricht.

Digitalisierung forcieren und nachhaltig agieren

Parallel zu den Investitionen in den Maschinenpark wird die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Wagner Stahl steht kurz vor der Einführung eines neuen ERP-Systems, das nochmal einen echten Quantensprung bringen soll. „Es geht einfach darum, die Transparenz im Unternehmen weiter zu erhöhen, die Arbeitsabläufe und Prozesse effizienter zu gestalten, Fehlerquellen zu reduzieren und somit am Ende des Tages die Kundenzufriedenheit weiter zu verbessern“, betont der Betriebsleiter.

Dass Wagner Stahl das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst nimmt, beweist das Unternehmen mit seinem im letzten Jahr freiwillig veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht. Die Strategie basiert dabei grob zusammengefasst auf Ressourcenschonung, verantwortungsbewusstem Wirtschaften, sozialer Verantwortung und Unternehmenskultur. Maßnahmen zur Reduktion ihres Ressourcenverbrauchs setzen die Paschinger etwa durch die Nutzung von Sonnenenergie. „Mit der dritten Ausbaustufe werden wir noch heuer über knapp 1.000 kWp Photovoltaikleistung und einen 1.000-kW-Speicher verfügen. Damit werden wir im Schnitt rund 80 % unseres Strombedarfs selbst abdecken. Zudem wird das Heiz- und Klimasystem von Gas auf Wärmepumpentechnologie umgestellt“, bemerkt Aufreiter. Wirtschaftlich setzt Wagner Stahl auf eine solide Eigenkapitalbasis von > 40 %, finanzielle Unabhängigkeit und vorausschauende Investitionen, die ausschließlich aus dem laufenden Cashflow getätigt werden.

Mensch als wertvollste Ressource

Im sozialen Bereich zeigt sich der Familienbetrieb als verantwortungsvoller Arbeitgeber mit einem klaren Fokus auf faire Entlohnung, individuelle Arbeitszeitmodelle, ergonomische Arbeitsplatzausstattung, präventivem Arbeitnehmerschutz und psychosoziale Gesundheitsförderung. Beleg für das soziale Engagement von Wagner Stahl sind unter anderem zahlreiche Auszeichnungen wie etwa der Fritz Freyschlag-Preis, das BGF-Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung oder der Goldenene Securitas Award der AUVA. Darüber hinaus ist eine offene, partizipative und wertschätzende Kommunikationsweise fester Bestandteil der Unternehmenskultur. „Mitarbeitende werden aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden, Ideen und Vorschläge finden Gehör und das auf Augenhöhe. Das stärkt den Teamgeist enorm“, versichert Christine Wagner, die es abschließend auf den Punkt bringt: „Unser Anspruch ist es, jeden Tag ein Stück besser zu werden. Für unsere Kunden, für unsere Mitarbeiter und für die Generationen, die nach uns kommen.“

Filtern

Suchbegriff

Unterkategorie

Firmen

Inhaltstyp

Firmentyp

Land