interview

Intertool × Schweissen 2026: Österreichs stärkste Industriemessen

Die Intertool X Schweissen 2026 steht vor der Tür. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten stellt sich für viele Unternehmen die Frage nach Sinn, Nutzen und Ausrichtung von Messen von Neuem. Im Interview sprechen Clara Wiltschke, Geschäftsführerin der Austrian Exhibition Experts GmbH, und Annika Raff, Projektleiterin Intertool X Schweissen, über das Selbstverständnis des Messeduos, neue Formate, die Rolle der Aussteller und darüber, warum Messe heute nur dann funktioniert, wenn sie gemeinsam getragen wird. Das Gespräch führte Ing. Robert Fraunberger, x-technik

Annika Raff, Clara Wiltschke und Robert Fraunberger (v.l.n.r.) bei der Videocastaufnahme zur Intertool X Schweissen 2026.

Annika Raff, Clara Wiltschke und Robert Fraunberger (v.l.n.r.) bei der Videocastaufnahme zur Intertool X Schweissen 2026.

Intertool X Schweissen 2026

21. – 24. April 2026
Messe Wels
http://www.intertool-schweissen.at/

Frau Wiltschke, Frau Raff, wenn Sie an die Intertool X Schweissen 2026 denken. Was steht für Sie im Mittelpunkt?

Clara Wiltschke: Für mich ganz klar die persönliche Begegnung. Wir bereiten eine Messe über Monate hinweg vor, führen Gespräche, planen Konzepte – aber erst vor Ort wird sichtbar, was daraus entstanden ist. Dieses Erleben, dieses Zusammenkommen von Ausstellern, Besuchern und Partnern ist durch nichts zu ersetzen. Gerade in der Industrie ist Vertrauen entscheidend, und Vertrauen entsteht im persönlichen Austausch.

Annika Raff: Ich sehe den großen Mehrwert in der Kombination. Die Intertool und Schweissen bilden gemeinsam die gesamte metallbe- und -verarbeitende Industrie ab: vom Produzieren über das Verbinden bis zur Weiterverarbeitung. Diese Verzahnung macht das Messeduo für Fachbesucher und Aussteller besonders interessant.

Vortragsprogramm „Smarte Produktion“

Die industrielle Fertigung steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Steigende Energie- und Rohstoffkosten, geopolitische Unsicherheiten sowie der anhaltende Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf produzierende Unternehmen. Gleichzeitig wächst der Anspruch, Produktivität und Wirtschaftlichkeit nachhaltig zu verbessern.

Das Vortragsprogramm „Smarte Produktion“ greift genau diese Herausforderungen auf. Im Fokus stehen praxisnahe Lösungen rund um Automatisierung, Digitalisierung, KI-Anwendungen, Energie- und Ressourceneffizienz sowie moderne Bearbeitungsstrategien. Täglich vermittelt eine Keynote mit anschließender Podiumsdiskussion aktuelle Impulse, ergänzt durch konkrete Best-Practice-Projekte aus österreichischen Industriebetrieben.

21.04.2026, 14:00 bis 16:00 Uhr
Die Zukunft des Produktionsstandortes Österreich // Finanzierungsstrategien // Aus- und Weiterbildung

22.04.2026, 14:00 bis 16:00 Uhr
Moderne Bearbeitungsstrategien für höchste Produktivität // Komplettbearbeitung // Laser-Handschweißen

23.04.2026, 14:00 bis 16:00 Uhr
Digitalisierung und KI-Systeme in der Fertigung der Zukunft

24.04.2026, 11:00 bis 13:00 Uhr
Wirtschaftliche Automatisierungskonzepte // Energie- und Ressourceneffizienz

Sie haben das Messeduo erst vor Kurzem übernommen. War das ein Wagnis?

Wiltschke: Jede Messeübernahme ist ein Neustart. Aber wir sind sehr offen und bewusst an dieses Projekt herangegangen. Uns war wichtig, die Branche früh einzubinden, zuzuhören und gemeinsam zu entscheiden. Das hat viel Vertrauen geschaffen. Ich sehe es weniger als Risiko, sondern als Chance, eine bestehende, starke Plattform weiterzuentwickeln.

Das neue Erscheinungsbild der Intertool X Schweissen 2026 stellt das Zusammenspiel von Mensch und Maschine in den Mittelpunkt.

Das neue Erscheinungsbild der Intertool X Schweissen 2026 stellt das Zusammenspiel von Mensch und Maschine in den Mittelpunkt.

Die Messe präsentiert sich 2026 neu. Was war der Gedanke dahinter?

Wiltschke: Wir wollten nicht alles neu machen, sondern gezielt Akzente setzen. Das neue Sujet – die Roboterhand, die die menschliche Hand hält – bringt unsere Botschaft sehr gut auf den Punkt. Die Industrie ist hoch automatisiert und digital, aber ohne den Menschen funktioniert nichts. Dieses Zusammenspiel wollten wir sichtbar machen.

Raff: Dazu kommt eine klare Fokussierung. Wir haben bewusst entschieden, weniger Schwerpunkte zu setzen, diese dafür konsequent umzusetzen und erlebbar zu machen. Das zieht sich durch alle neuen Formate.

Im Videocast ging es um Messekonzepte, Nachwuchs, Lohnfertigung und die Zukunft der industriellen Plattform Intertool X Schweissen.

Im Videocast ging es um Messekonzepte, Nachwuchs, Lohnfertigung und die Zukunft der industriellen Plattform Intertool X Schweissen.

Clara Wiltschke
Geschäftsführerin, Austrian Exhibition Experts GmbH

„Die Intertool X Schweissen ist eine Plattform für die Branche. Unser Ziel ist es, Austausch zu ermöglichen und sichtbar zu machen, was der Fertigungsstandort Österreich leisten kann.“

Ein zentrales neues Format ist „SkillQuest“. Was steckt dahinter?

Raff: SkillQuest ist unser interaktiver Nachwuchstag am ersten Messetag. Ziel ist es, Schülerinnen, Schüler und Lehrlinge aktiv einzubinden. Sie sollen nicht nur durch die Hallen gehen, sondern Aufgaben lösen, Dinge ausprobieren und erleben, was die Branche kann.

Wiltschke: Ganz wichtig ist uns dabei die Kommunikation auf Augenhöhe. Lehrlinge sprechen mit Lehrlingen, nicht mit Geschäftsführern. Das schafft Nähe und Glaubwürdigkeit. Wenn junge Menschen sehen, wie modern, vielseitig und spannend diese Branche ist, entsteht Bindung. Und genau die brauchen wir langfristig.

Für Annika Raff (links) und Clara Wiltschke ist besonders wichtig, dass die Intertool X Schweissen als gemeinsame Plattform der Branche verstanden wird und Raum für Austausch, Sichtbarkeit und Zusammenarbeit bietet.

Für Annika Raff (links) und Clara Wiltschke ist besonders wichtig, dass die Intertool X Schweissen als gemeinsame Plattform der Branche verstanden wird und Raum für Austausch, Sichtbarkeit und Zusammenarbeit bietet.

Annika Raff
Projektleiterin, Austrian Exhibition Experts GmbH

„Mit der Lohnfertiger Area geben wir Betrieben Sichtbarkeit, die ein zentraler Teil der industriellen Wertschöpfung sind. Sie schafft Raum für Austausch, neue Kontakte und Kooperationen.“

Welche Rolle spielen die Aussteller bei diesem Nachwuchskonzept?

Raff: Eine sehr große. Aussteller können sich mit praxisnahen Stationen beteiligen, ihre Lehrlinge einbinden und zeigen, wie Ausbildung im Betrieb tatsächlich aussieht. Das ist keine Theorie, sondern echtes Erleben.

Das Projektteam der Intertool X Schweissen: Clara Wiltschke (Mitte) mit Annika Raff und Michael Häussler.

Das Projektteam der Intertool X Schweissen: Clara Wiltschke (Mitte) mit Annika Raff und Michael Häussler.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die neue Lohnfertiger Area. Warum war Ihnen dieses Thema wichtig?

Raff: Lohn- und Auftragsfertiger sind ein wesentlicher Bestandteil der industriellen Wertschöpfung, treten auf Messen aber oft nicht als Aussteller auf. Mit der Lohnfertiger Area bieten wir ein einfaches, kompaktes Beteiligungsmodell mit geringem organisatorischem Aufwand. Ziel ist es, Lohn- und Auftragsfertiger direkt auf der Messe als Aussteller zu präsentieren und somit auch ein klares Zeichen für den Fertigungsstandort Österreich zu setzen.

Wiltschke: Diese Betriebe bekommen hier Sichtbarkeit. Nicht nur für Kundenkontakte, sondern auch für den Austausch untereinander. Viele Gespräche zeigen, dass Kooperation oft wichtiger ist als Wettbewerb. Diese Area spiegelt genau dieses Miteinander wider.

Die Intertool X Schweissen findet vom 21. bis 24. April 2026 wieder in Wels statt.

Die Intertool X Schweissen findet vom 21. bis 24. April 2026 wieder in Wels statt.

Auch die Sonderschau Mikrobearbeitung ist neu. Was dürfen Besucher hier erwarten?

Raff: Die Sonderschau zeigt hochpräzise Fertigung im kleinen Maßstab. Mehrere Unternehmen präsentieren gemeinsam einen durchgängigen Fertigungsprozess, inklusive eines live gefertigten Bauteils, mit dem Ziel, Präzision und Prozessverständnis sichtbar zu machen.

Eine Geburtstagstorte zum Jubiläum 20 Jahre Fachmagazin FERTIGUNGSTECHNIK gab es seitens der Austrian Exhibition Experts oben drauf – wir sagen danke!

Eine Geburtstagstorte zum Jubiläum 20 Jahre Fachmagazin FERTIGUNGSTECHNIK gab es seitens der Austrian Exhibition Experts oben drauf – wir sagen danke!

Erstmals gibt es auch ein strukturiertes Bühnenprogramm. Welche Rolle spielt dieses?

Raff: Die Bühne ist als zentrale Content-Plattform gedacht. An allen Messetagen finden kompakte, praxisnahe Fachvorträge statt. Besucher können sich gezielt informieren und Aussteller ihr Know-how präsentieren (Infos siehe Box auf S. 17).

Wiltschke: Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Räume für Schulungen oder geschlossene Veranstaltungen zu nutzen. Die Messe wird damit stärker zur Kommunikations- und Wissensplattform – nicht nur zur Produktschau.

Die wirtschaftliche Situation ist angespannt. Spüren Sie das in der Messeplanung?

Wiltschke: Ja, vor allem durch die Kurzfristigkeit der Entscheidungen. Unternehmen planen heute deutlich näher an der Messe als früher. Das betrifft kleine wie große Betriebe. Darauf reagieren wir mit flexiblen Beteiligungsmodellen und viel Unterstützung.

Raff: Wichtig ist, dass die Branche präsent bleibt. Es geht weniger um Standgröße als darum, da zu sein und ein gemeinsames Zeichen zu setzen.

Was sind aus Ihrer Sicht die häufigsten Fehler bei Messeauftritten?

Wiltschke: Messe ist immer Teamarbeit. Zu glauben, dass Messe von allein funktioniert. Besucher kommen nicht automatisch. Ein Messeauftritt braucht klare Ziele, Vorbereitung und aktive Einladung von allen Seiten.

Raff: Und vor Ort entscheidet oft nicht der Stand, sondern das Team. Offenheit, Ansprache und eine klare Botschaft sind entscheidend. Der Besucher muss schnell verstehen, wofür ein Unternehmen steht.

Ist Wels der richtige Messestandort?

Wiltschke: Absolut, Wels ist für die Industrie ein sehr starker Standort. Zentral gelegen, gut erreichbar und mitten in einer der industriestärksten Regionen Österreichs. Mit dem modernisierten Messegelände und der neuen Halle 22 ist auch zukünftiges Wachstum möglich.

Raff: Die Erreichbarkeit ist ein großes Plus – sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist für Besucher und Aussteller ein wichtiger Faktor.

Abschließend: Was wünschen Sie sich für die Intertool X Schweissen 2026?

Raff: Zufriedene Aussteller, interessierte Besucher und viele gute Gespräche. Wenn Menschen mit neuen Ideen, Kontakten und Impulsen nach Hause gehen, haben wir unser Ziel erreicht.

Wiltschke: Und dass man spürt, wie wichtig diese Messe für den Fertigungsstandort Österreich ist. Die Intertool X Schweissen soll zeigen, was möglich ist, wenn man zusammenarbeitet.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg für das Messeduo!

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