anwenderreportage

Müller Martini Manufacturing setzt auf ABB-Schweißroboter

Müller Martini Manufacturing ist einer der technologisch führenden Zulieferbetriebe für Maschinenbau-Komponenten und Baugruppen in der Schweiz. Das Unternehmen hat seinen Maschinenpark nun mit einer Robotik-Lösung von ABB erweitert, die mit bis zu neun Achsen automatisiert schweißt – effizient und exakt.

Müller Martini Manufacturing aus der Schweiz hat seinen Maschinenpark mit einer Robotik-Lösung von ABB erweitert, die mit bis zu neun Achsen automatisiert schweißt.

Müller Martini Manufacturing aus der Schweiz hat seinen Maschinenpark mit einer Robotik-Lösung von ABB erweitert, die mit bis zu neun Achsen automatisiert schweißt.

Shortcut

Aufgabenstellung: Investition in eine leistungsfähigere Robotiklösung für das Schweißen.
Lösung: IRB 2600-12/1.85-Roboter von ABB.
Nutzen: Automatisiertes Schweißen von komplexen Werkstücken auch in der Vertikalen.

Das Schweizer Entlebuch kennt man primär als naturbelassenes Ausflugsziel. Das erste Unesco-Biosphärenreservat der Schweiz zeigt mit seinen vielfältigen Naturräumen das Land von seiner ursprünglichen, authentischen Seite. Im Entlebuch, in der Gemeinde Hasle, findet sich mit Müller Martini Manufacturing aber auch ein hochmodernes Industrieunternehmen. Der Komplettanbieter im Maschinenbau vereint Entwicklung, Fertigung, Montage und Logistik unter einem Dach. „Das Werk hier in Hasle wurde 1970 von Müller Martini aufgebaut, um die die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Maschinenkomponenten intern abzudecken“, erklärt Herbert Wicki, Managing Director von Müller Martini Manufacturing.

Ziel erreicht: Michael Mahler, Herbert Wicki und Olivier Keck (v.l.) an der neuen Roboterzelle in Hasle, Schweiz.

Ziel erreicht: Michael Mahler, Herbert Wicki und Olivier Keck (v.l.) an der neuen Roboterzelle in Hasle, Schweiz.

Anwender: Müller Martini

Die Müller Martini Manufacturing mit Sitz in Hasle bildet das industrielle Rückgrat der Müller Martini-Gruppe. Sie ist der Hauptlieferant für Verschalungen, Konstruktionen, Baugruppen und kubische Bauteile – essenzielle Komponenten für die innovativen Systemlösungen der Gruppe. Die Müller Martini-Gruppe ist seit über 70 Jahren im Postpress-Geschäft tätig und mit über 1.300 Mitarbeitenden weltweit sowie Produktionsstandorten in der Schweiz und Deutschland international hervorragend positioniert.

Müller Martini Manufacturing AG
Bahnhofstraße 19
CH-6166 Hasle/LU
https://mullermartini-manufacturing.ch

Tochterunternehmen der Müller Martini Gruppe

Müller Martini mit Hauptsitz in Zofingen ist ein weltweit führender Hersteller von Systemen für die Druckweiterverarbeitung. Die Müller Martini Manufacturing AG ist ein Tochterunternehmen der Müller Martini Gruppe. „Fertigungsaufträge aus unserer Firmengruppe machen aktuell rund 50 Prozent unserer Geschäftstätigkeit aus“, so Wicki. Gleich groß ist inzwischen das Volumen, das Aufträge von weiteren Kunden in der Schweiz ausmachen. „Als Komplettanbieter für Maschinenbau-Komponenten vereinen wir sämtliche fachlichen Kompetenzen unter einem Dach – vom Engineering über die Fertigung mit Laserschneiden, Biegen, Schweißen, Fräsen bis hin zu Beschichtung, Montage und selbst Logistik“, betont Wicki.

Diese massiven Stahlblech-Ständer schweißt der ABB-Roboter aktuell.

Diese massiven Stahlblech-Ständer schweißt der ABB-Roboter aktuell.

Über 120 Schweißvorgänge für Abwickler-Ständer

Automatisierte Schweißarbeiten wurden bislang von einer Roboterzelle ausgeführt, deren Ende der technischen Lebensdauer sich abzeichnet und die modernen Lösungen bei Leistung wie auch Flexibilität unterlegen ist. „Die Suche nach einer neuen, leistungsfähigeren Robotiklösung für das Schweißen wurde durch den Umstand beschleunigt, dass wir aus der Firmengruppe den Auftrag erhielten, ab Mai 2025 Ständer für einen Abwickler zu fertigen. Das ist eine rund 270 Kilogramm schwere Stahlblechkonstruktion für große Papierrollen, deren Fertigung über 120 Schweißvorgänge benötigt“, erklärt Michael Mahler, Leiter Produktion und Montage bei Müller Martini Manufacturing. Rund 300 dieser Ständer sollen zukünftig in Hasle pro Jahr automatisiert geschweißt werden.

Für die Evaluation einer Lösung kontaktierten sie – nebst anderen Herstellern – auch ABB Robotics Schweiz, im zweiten Quartal 2024. „Ziel war, dass die neue Lösung alle bisherigen Aufgaben der Roboterzelle übernimmt, den neuen Ständer schweißen kann, und offen für künftige Aufgaben ist“, so Mahler. „Bis Mai 2025 musste sie einsatzbereit sein – und in unser Budget passen.“

Lösungsvarianten mit ABB-Experten diskutiert

Mit den Fachleuten von ABB Robotics diskutierte das Projektteam von Müller Martini Manufacturing Lösungsvarianten. „Deren Visualisierung mit der Software RobotStudio half dabei sehr“, sagt Olivier Keck, Verkaufsingenieur ABB Robotics Schweiz AG. In zwei, drei Runden erarbeiteten sie die passende Lösung. „Wir gelangten zur Überzeugung, dass wir mit ABB eine zukunftsweisende Roboterzelle in der vorgegebenen Zeit zum passenden Preis realisieren können – und erteilten den Auftrag“, so Herbert Wicki.

Kernstück der Lösung bildet ein Roboter des Typs IRB 2600-12/1.85, ausgerüstet mit einem Schweißsystem von Fronius. Er ist auf einer 8 Meter (6 Meter Fahrweg) langen Verfahrachse IRBT 2005 montiert. Der IRB 2600 ist mit gleich zwei Positionieren kombiniert: Der IRBP L-2000 verfügt über eine rotierende Achse und kann Werkstücke von bis zu zwei Tonnen aufnehmen. Der zweite Positionierer, der IRB B-750, dreht sich in zwei Achsen und trägt bis zu 750 Kilogramm. „Mit dem Roboter, dem zweiten Positionierer und der Verfahrachse verfügt die Zelle über neun Achsen“, erklärt Keck. „So kann der Schweißbrenner auch bei komplexen Werkstücken in der Vertikalen – der sogenannten Wannenlage – arbeiten, was für das Schweißen ideal ist, da das Schweißbad durch die Schwerkraft kontrolliert nach unten fließt.“ Auf dem IRBP B-750 schweißt Müller Martini Manufacturing den Ständer mit seinen 120 Schweißnähten.

Schulung vor Ort in Hasle

Für Installation und Inbetriebnahme der neuen Roboterzelle entsandte ABB Robotics ihren Experten Jerry Jämsä nach Hasle, Projektingenieur wie auch Schweißtechniker. Anschließend schulte er drei Schweißspezialisten von Müller Martini Manufacturing direkt vor Ort in der Bedienung und Programmierung der Schweißzelle. So konnte ein rascher Praxistransfer sichergestellt werden – direkt in Verbindung mit der Herstellung der Ständer auf dem neuen Roboter. „Die Roboterzelle konnten wir mit diesem Vorgehen termingerecht im Mai 2025 zum Start der Fertigung der Ständer in Betrieb nehmen“, so Michael Mahler. „Die Präzision passte von Beginn an. Inzwischen konnten unsere Spezialisten die Programmabläufe weiter rationalisieren und den gesamten Produktionsablauf optimieren.“

Kooperation kompetenter Teams

„Wir haben unser Ziel erreicht. Ich bin überzeigt, dass das Projekt in dem engen Zeitrahmen so gut ablief, weil auf beiden Seiten kompetente Teams involviert waren“, zieht Herbert Wicki ein positives Fazit. „Die Produktion der Ständer ist sehr gut angelaufen. Die weiteren Aufgaben der bald obsoleten Roboterzelle transferieren wir laufend. Und mit der flexiblen Auslegung dieser ABB-Roboterzelle sind wir bereit für neue Kundenaufträge.“

Produkt im Einsatz

<b>ABB IRB 2600: </b>Der kompakte Roboter IRB 2600 hat eine hohe Traglast und ist in drei Versionen verfügbar. Sein Design wurde speziell für die Anwendungsbereiche Lichtbogenschweißen, Materialhandhabung und Maschinenbedienung optimiert.

ABB IRB 2600

Der kompakte Roboter IRB 2600 hat eine hohe Traglast und ist in drei Versionen verfügbar. Sein Design wurde speziell für die Anwendungsbereiche Lichtbogenschweißen, Materialhandhabung und Maschinenbedienung optimiert.

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