anwenderreportage
RS Edelstahl setzt beim Laserschneiden auf Stickstoffversorgung von Boge
Der Edelstahlverarbeiter RS Edelstahl hat seine Stickstoff- und Druckluftversorgung vollständig neu aufgestellt. Das Unternehmen erzeugt hochreinen Stickstoff der Klasse 5.0 nun selbst, nutzt seine PV-Anlage optimal aus und ist nicht länger von externen Lieferungen abhängig. Die Systemlösung aus einem frequenzgeregelten Schraubenkompressor von Boge und einem Stickstoffstoffgenerator der Marke Inmatec steigert die Prozesssicherheit beim Laserschneiden, verbessert die Betriebseffizienz und erhöht die Flexibilität im Produktionsalltag.
Das Gesamtsystem von Boge mit Druckluftversorgung, Stickstofferzeugung, Wärmerückgewinnung und PV-Anbindung entspricht exakt den Anforderungen von RS Edelstahl.
Shortcut
Aufgabenstellung: Unabhängige und energieeffiziente Stickstoffversorgung für das Laserschneiden.
Lösung: Integrierte Druckluft- und Stickstofferzeugung, entwickelt von Boge und Schachermayer.
Nutzen: Höhere Versorgungssicherheit, konstante Gasqualität sowie geringere Energie- und Betriebskosten.
RS Edelstahl ist eine österreichische Fachschlosserei, die sich auf die Verarbeitung von Edelstahl spezialisiert hat. Das Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern konstruiert und fertigt Trinkwasserbehälter bis zu einer Größe von rund 150 m³, Quellsammler, maßgeschneiderte Schwimmbäder und Rohranlagen. Die Bauteile werden in unterschiedlichen Blechstärken verarbeitet. Dafür setzt der Spezialist auf Laserschneidprozesse. Um präzise Schnittkanten zu gewährleisten, wird während des Schneidevorgangs Stickstoff als Schutzgas verwendet. Dies vermeidet Oxidationen an der Schnittfläche, verhindert Gratbildungen und schützt das Werkzeug. Da die Anforderungen an Versorgungssicherheit und Gasqualität kontinuierlich stiegen, suchte RS Edelstahl nach einer zuverlässigen und effizienteren Lösung. Durch die langjährige Betreuung des Händlers Schachermayer entstand der Kontakt zu Boge. Gemeinsam entwickelten die Partner ein integriertes Druckluft- und Stickstoffkonzept, das exakt auf die Anforderungen der Edelstahlproduktion zugeschnitten ist.
Mithilfe von Laserschneidern werden die Bauteile verarbeitet. Stickstoff als Schutzgas sorgt dabei für saubere Schnittkanten und verhindert Oxidationen an der Schnittfläche.
Versorgungssicherheit und Effizienz im Fokus
RS Edelstahl stand vor gleich mehreren technischen und betrieblichen Herausforderungen. Die Stickstoffversorgung erfolgte bislang vollständig über externe Bündellieferungen. Dies führte nicht nur zu hohen Kosten, sondern auch zu eingeschränkter Versorgungssicherheit – insbesondere bei Lastspitzen oder kurzfristig steigendem Auftragsvolumen. Die Abhängigkeit von Lieferterminen und verfügbarem Material führte immer wieder zu Engpässen – ein Risiko für ein Unternehmen, das Edelstahlkomponenten in wechselnden Stückzahlen fertigt und seine Prozesse eng takten muss. „Wir wollten uns von der Lieferabhängigkeit lösen und die Versorgungssicherheit erhöhen. Gleichzeitig wollten wir die Energieeffizienz unserer Anlage steigern“, fasst Wilhelm Reindl, Geschäftsführer bei RS Edelstahl, die Zielsetzung zusammen.
Der vorhandene Kompressor war nicht mehr auf dem aktuellen technischen Stand. Eine flexible Leistungsanpassung fehlte, ebenso die Möglichkeit, Energie durch Wärmerückgewinnung effizient zu nutzen. Damit blieb ein erhebliches Potenzial ungenutzt, insbesondere im Zusammenspiel mit der vorhandenen Photovoltaikanlage, die im Betrieb große Strommengen liefert. Statt überschüssigen Strom einzuspeisen, sollte dieser künftig in die Stickstoff- und Druckluftproduktion fließen – ein zentrales Anliegen des Betriebs, um die Energiekosten nachhaltig zu senken.
Für den Laserschneidprozess benötigt RS Edelstahl kontinuierlich Stickstoff der Reinheitsklasse 5.0. Nur damit lässt sich verhindern, dass das Material an der Schnittkante mit Sauerstoff reagiert und sich verfärbt oder unregelmäßige Schnittstrukturen entstehen. Eine gleichbleibend hohe Gasqualität ist essenziell für reproduzierbare Schnittergebnisse und für eine effiziente Weiterverarbeitung der Edelstahlbauteile. Die Herausforderung bestand darin, eine Lösung zu entwickeln, die Versorgungssicherheit, Energieeffizienz sowie Prozessqualität vereint und gleichzeitig flexibel genug ist, um stark schwankende Produktionsmengen zuverlässig abzudecken.
Die Fachschlosserei konstruiert und fertigt Trinkwasserbehälter bis zu einer Größe von rund 150 m³, Quellsammler, maßgeschneiderte Schwimmbäder und Rohranlagen.
Anwender: RS Edelstahl
RS Edelstahl ist eine österreichische Fachschlosserei, die sich auf die Verarbeitung von Edelstahl spezialisiert hat. Das Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern konstruiert und fertigt Trinkwasserbehälter bis zu einer Größe von rund 150 m³, Quellsammler, maßgeschneiderte Schwimmbäder und Rohranlagen.
RS Edelstahl GmbH
Gewerbepark Harham 13
A-5760 Saalfelden
https://www.rs-edelstahl.at/
Druckluft- und Stickstoffversorgung aus einer Hand
Um diese Anforderungen bestmöglich abzudecken, entwickelte Boge gemeinsam mit Schachermayer eine vollständig integrierte Systemlösung. Im Zentrum der neuen Druckluftversorgung steht ein Schraubenkompressor C15 2LFDR von Boge, der dank Frequenzregelung energieeffizient arbeitet und Lastschwankungen ausgleicht. Die in das System integrierte Wärmerückgewinnung führt die entstehende Wärme in einen Warmwasserpuffer zurück und unterstützt so die Warmwasseraufbereitung im Betrieb. Der DCZ Aktivkohle-Adsorber von Boge reinigt die Druckluft bis zu einem Restölgehalt von 0,003 mg/m³. Ergänzt wird die Druckluftstrecke durch den Leakstop von Boge, der die Leitung automatisch absperrt, sobald der Betrieb ruht. „Auf diese Weise bleiben der Hauptbehälter und das Netz über Nacht druckstabil, und der Kompressor muss keine unnötigen Nachläufe fahren“, erläutert Reindl.
Das Herzstück der Stickstofferzeugung bildet der PN150 Generator von Inmatec, der Stickstoff der Reinheitsklasse 5.0 bereitstellt. Die Anlage ist auf eine N2-Liefermenge von 5,1 m³/h ausgelegt und basiert auf dem Adsorptionsprinzip mit einem Kohlenstoff-Molekularsieb. Das Adsorptionsverfahren trennt dabei die Stickstoffmoleküle von den Sauerstoffmolekülen. Die integrierte AutoPure-Funktion überwacht die Reinheit permanent und gibt den Stickstoff erst frei, wenn die erforderliche Qualität sicher erreicht ist. Ein Vordruckbehälter zwischen Generator und Hochdruckbooster fungiert als zusätzlicher Puffer. Nachgeschaltet ist ein Booster, der den Stickstoff anschließend auf 300 bar verdichtet und ihn in zwei stationär installierte Bündel einspeist. Diese dienen als flexibler Speicher und stellen sicher, dass jederzeit ausreichend Stickstoff für den Laserschneider bereitsteht – auch bei kurzfristig erhöhtem Verbrauch.
Eine Besonderheit der Anlage ist die Einbindung der firmeneigenen Photovoltaikanlage. Die Steuerung priorisiert automatisch den Betrieb, sobald genügend PV-Leistung zur Verfügung steht. Dadurch kann RS Edelstahl einen Großteil der Stickstoff- und Druckluftproduktion mit selbst erzeugtem Strom abdecken. Bei geringer Sonneneinstrahlung oder kurzfristigem Produktionsbedarf lässt sich die Anlage auch manuell starten.
Mehr Unabhängigkeit bei geringeren Betriebskosten
Seit der Inbetriebnahme profitiert RS Edelstahl spürbar von der neuen Systemlösung. Der größte Vorteil liegt in der vollständigen Unabhängigkeit von externen Stickstofflieferungen. Die Produktion erfolgt nun bedarfsgerecht vor Ort, sodass auch kurzfristige Auftragsspitzen problemlos abgedeckt werden können. Die Kombination aus Generator, Vordruckbehälter, Booster und zwei stationären Bündeln stellt sicher, dass jederzeit ausreichend Gas für Schnittprozesse vorhanden ist. Die Reinheitsüberwachung des PN150 stellt dabei kontinuierlich die geforderte Qualität der Klasse 5.0 sicher. Gleichzeitig sorgt der frequenzgeregelte Kompressor dafür, dass auch der Druckluftbedarf der Werkzeugmaschinen gedeckt ist. Auch energetisch hat sich die Investition ausgezahlt. Die integrierte Wärmerückgewinnung des Boge-Kompressors unterstützt die Warmwasseraufbereitung und reduziert so den Einsatz externer Energiequellen.
Zusätzliche Vorteile bringt die Einbindung der Photovoltaikanlage: Ein großer Teil der Stickstofferzeugung und Druckluftproduktion wird nun mit selbst erzeugtem Strom betrieben, was die Betriebskosten langfristig senkt. „Für uns war diese Synergie entscheidend, denn sie ermöglicht nicht nur mehr Unabhängigkeit, sondern stärkt zugleich die Nachhaltigkeit der gesamten Produktion“, unterstreicht Reindl und ergänzt: „Letztendlich hat die neue Lösung die Produktionssicherheit gesteigert, die Betriebskosten reduziert und die Energieeffizienz deutlich verbessert, während wir zugleich flexibler auf wechselnde Anforderungen in der Edelstahlbearbeitung reagieren können.“




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