anwenderreportage

Automatisierter Schweißkollege

Reproduzierbare, hochqualitative Schweißnähte: Mit dem Lorch Cobot können Unternehmen im Bereich Schweißen ganz neue Potenziale in puncto Effizienz und Schweißqualität freilegen. Der kollaborative Schweißroboter ist einfach zu bedienen, schnell sowie flexibel einsetzbar und steigert die Produktivität jedes bestehenden Schweißer-Teams. Von diesen Vorteilen profitiert auch der Tiroler Metallbearbeitungsbetrieb Reku, der erst kürzlich in die Automatisierungslösung investiert hat. Geliefert wurde das Cobot-Schweißpaket von Lorch-Vertriebspartner Invertech. Von Ing. Norbert Novotny, x-technik

Der Bediener kann ohne aufwendige und teure Schutzeinrichtung direkt Seite an Seite mit dem Lorch Cobot arbeiten. (Bilder: x-technik)

Der Bediener kann ohne aufwendige und teure Schutzeinrichtung direkt Seite an Seite mit dem Lorch Cobot arbeiten. (Bilder: x-technik)

Shortcut

Aufgabenstellung:
Schweißautomatisierung von geeigneten MIG/MAG-Anwendungen.

Lösung:
Lorch Cobot Welding Package.

Nutzen:
Einfache Programmierung, höhere Schweißleistung, gleichbleibend hohe und reproduzierbare Qualität der Schweißnähte, Entlastung von Schweißfachkräften.

Das Leistungsspektrum der Reku GmbH in Kundl (T) ist seit der Gründung im Jahr 1985 stetig gewachsen. „Zunehmend werden von Kunden Komplettlösungen gefordert. So fertigen wir heute neben herkömmlichen Blechteilen komplexe Baugruppen und Anlagen, die auch elektrische, hydraulische oder pneumatische Elemente enthalten“, erläutert Reku-Geschäftsführer Roland Rinnergschwentner. Und das mit allerhöchsten Qualitätsstandards – von der Konstruktion über die Produktion bis hin zur Lieferung.

Dabei verfügt das innovative Familienunternehmen über eine außergewöhnlich hohe Fertigungstiefe und beherrscht mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern und einem hochmodernen Maschinenpark die Prozesse Laserschneiden, Stanzen, Kanten, Entgraten, Trowalisieren, Lackieren, Niroperlstrahlen und Lasergravieren allesamt selbst. Selbstverständlich gehört auch das Schweißen zu den Kernkompetenzen des TÜV Austria-geprüften Lohnfertigers. „Egal ob MIG/MAG, WIG oder Laserschweißen – alle Schweißarbeiten sind nach EN1090 zertifiziert“, versichert Rinnergeschwentner.

Dank der überaus einfachen Bedienung sind Schweißvorgänge auch ohne größere Programmierkenntnisse zu automatisieren.

Dank der überaus einfachen Bedienung sind Schweißvorgänge auch ohne größere Programmierkenntnisse zu automatisieren.

Roland Rinnergschwentner
Geschäftsführer von Reku

„Mit der Möglichkeit, den Schweißvorgang für jedes Bauteil zu speichern, lässt sich eine Schweißnaht beliebig oft reproduzieren. Einmal optimal erstellt, garantiert die vom Cobot geschweißte Naht eine gleichbleibend hohe Präzision und Qualität. “

Cobot entlastet Schweißer

Beim Laserschweißrobter hat Reku den Vorteil, dass Serienteile einfach zu fertigen sind. „Unser Laserschweißprofi muss lediglich das Programm erstellen, legt die geeignete Vorrichtung fest und optimiert den Prozess, bis das Bauteil optimal geschweißt wird. Für die wiederholgenaue Fertigung der restlichen, baugleichen Werkstücke kann ein angelernter Mitarbeiter, der die Teile nur noch korrekt einlegen muss, eingesetzt werden“, verdeutlicht der Geschäftsführer. Um bei den zahlreichen MIG/MAG-Anwendungen im Hause Reku die Produktivität zu steigern und vor allem die Schweißfachkräfte zu entlasten, suchte man nach einer effizienten und kostengünstigen Lösung, auch in diesem Bereich geeignete Teile vom händischen auf das automatisierte Schweißen umzustellen.

„Genau dafür passt unser Lorch Cobot wie die Faust aufs Auge“, bringt es Markus Fichtinger, Geschäftsführer von Invertech, einem der österreichischen Lorch-Vertriebspartner, auf den Punkt. Denn während der kollaborative Roboter zuverlässig wiederkehrende und damit oft auch monotone und ermüdende Schweißaufgaben übernimmt, können sich Schweißfachkräfte anspruchsvolleren Schweißaufgaben widmen. Der Schweißprofi kontrolliert nur noch die richtigen Einstellungen des Schweiß-Cobots, während angelernte Bediener die weitere Produktion übernehmen, bei der die Werkstücke korrekt eingelegt werden müssen und der gesamte Schweißvorgang einfach per Knopfdruck gestartet wird.

Beim „Teachen“ führt man den Roboterarm einfach per Hand an den Anfang und an den Endpunkt des zu schweißenden Werkstücks.

Beim „Teachen“ führt man den Roboterarm einfach per Hand an den Anfang und an den Endpunkt des zu schweißenden Werkstücks.

Einfach zu reproduzierbaren Schweißnähten

„Schwer beeindruckt waren wir schon bei der ersten Vorführung von der denkbar einfachen Bedienung, die es erlaubt, auch ohne größere Programmierkenntnisse Schweißvorgänge zu automatisieren. Das hat sich jetzt auch beim praktischen Einsatz bei uns im Betrieb absolut bestätigt“, begründet Rinnergschwentner die Entscheidung für das Lorch Cobot Welding Package. Dabei bietet die „Lorch Cobotronic Software“ laut Markus Fichtinger gleich mehrere Möglichkeiten, mit dem Cobot zu arbeiten: „Zum einen über die Direktsteuerung des Roboter-Bedienarms als auch über das innovative Assistenzsystem, in das Werkstückdaten wie beispielsweise Blechstärke oder Basismaterial eingegeben und anhand dessen sowohl die optimalen Parameter als auch die passende Schweißgeschwindigkeit berechnet werden.“

Den genauen Schweißverlauf erlernt der Roboter über das sogenannte „Teachen“: Man aktiviert die Free-Drive-Funktion und führt den Roboterarm einfach per Hand an den Anfang und an den Endpunkt des zu schweißenden Werkstücks. Auch Zwischenpunkte und Abschnitte lassen sich so einfach erfassen. Das System führt dann anhand der aufgenommenen Daten die Schweißnaht am Werkstück aus. „Wer heute mit dem Smartphone umgehen kann, kann auch den Cobot problemlos programmieren“, meint Fichtinger.

Was Rinnergschwentner zudem besonders gefällt, ist die Möglichkeit, den Schweißvorgang für jedes Bauteil zu speichern und somit eine Schweißnaht beliebig oft reproduzieren zu können: „Einmal optimal erstellt, garantiert die vom Cobot geschweißte Naht eine gleichbleibend hohe Präzision und Qualität, auch durch die Bedienung einer nicht gelernten Schweißfachkraft. Ein klarer Pluspunkt bereits bei der Fertigung von Kleinserien, da sowohl wertvolle Zeit gewonnen als auch Ausschuss vermieden wird.“ Wird ein Werkstück nach Tagen oder Wochen erneut aufgerufen, ist die Schweißanordnung schnell wiederhergestellt: „Der Erstaufbau inklusive Vorrichtung bzw. Aufspannung wird bei uns fotografisch dokumentiert, sodass der Schweißvorgang bereits nach Minuten wieder gestartet werden kann“, so der Reku-Geschäftsführer.

Schweißnähte können beliebig oft in gleichbleibend hoher Präzision und Qualität reproduziert werden.

Schweißnähte können beliebig oft in gleichbleibend hoher Präzision und Qualität reproduziert werden.

Schweißperformance erhöht (v.l.n.r.): Markus Fichtinger (Invertech), Roland Rinnergschwentner und Lukas Auer (beide Reku)

Schweißperformance erhöht (v.l.n.r.): Markus Fichtinger (Invertech), Roland Rinnergschwentner und Lukas Auer (beide Reku)

Markus Fichtinger
Geschäftsführer von Invertech

„Während der Lorch Cobot zuverlässig das Schweißen wiederkehrender Teile übernimmt, können sich Schweißfachkräfte anspruchsvolleren Schweißaufgaben widmen. Der Schweißprofi kontrolliert nur noch die richtigen Einstellungen, während angelernte Bediener die weitere Produktion übernehmen können. “

Sicher und schnell

Dank seines Eigengewichtes von nur knapp 30 Kilogramm kann der Schweiß-Cobot an jedem beliebigen Locharbeitstisch montiert werden. „Darüber hinaus garantiert die eingebaute Sensorik, dass der Roboterarm bei einfacher Berührung sofort stoppt und somit der Schweißer ohne aufwendige und teure Schutzeinrichtung direkt Seite an Seite mit dem Roboter arbeiten kann“, bewertet Rinnergschwentner die einfache Integration in den Arbeitsablauf als einen der zentralen Vorteile des kollaborierenden Roboters.

Im Vergleich zum Handschweißen ist die Automatisierungslösung von Lorch deutlich schneller. „Wenn das Teilespektrum passt, verdoppelt der Cobot die Kapazität des Schweißers. Auch in puncto Konstanz und Optik ist der Roboter dem Handschweißer deutlich überlegen. Er schafft bis zu 2,6 Meter lange Schweißnähte in gleichbleibend hoher Qualität. Das sorgt gerade bei langen Nähten für eine echte gesundheitliche Entlastung für den Mitarbeiter“, zeigt Fichtinger die Stärken der Automatisierungslösung auf. Vor allem die weit geringeren Rüst- und Nacharbeitszeiten beschleunigen den Fertigungsprozess deutlich. Um diesen Vorteil in einem größeren Ausmaß nutzen zu können, wird Reku in Kürze von Ein- auf Zwei-Stationen-Betrieb umstellen, sodass ein Werkstück geschweißt werden kann, während das nächste bereits vorbereitet wird.

Infos zum Anwender

Das Unternehmen Reku mit Sitz im Gewerbegebiet Kundl-Radfeld wurde 1985 gegründet. Jahrzehntelange Erfahrung, der Blick für das Wesentliche und Qualitätsbewusstsein in der Fertigung sprechen für den Familienbetrieb. Reku legt großen Wert auf eine Aus- und ständige Weiterbildung seiner Arbeitnehmer und wird daher seit vielen Jahren von der Tiroler Landesregierung für seine ausgezeichnete Lehrlingsausbildung geehrt.

Innerhalb kürzester Zeit produktiv

Durch den Einsatz eines Roboters können laut Rinnergschwentner zudem erfahrene Schweißer von Routineaufgaben entlastet und junge Mitarbeiter für neue Aufgaben begeistert werden: „Die Akzeptanz des Cobots unter den Mitarbeitern ist sehr groß.“ Auch aufgrund der Tatsache, dass die Inbetriebnahme absolut problemlos und leichter als gedacht vonstatten ging. Nach dem Aufbau und einem ersten Kennenlernen der Anlage inklusive Intensivschulung konnte schon am zweiten Tag produktiv geschweißt werden. Der Geschäftsführer ist überzeugt: „Der Lorch Cobot wird sich innerhalb kürzester Zeit amortisieren. Der neue Schweißkollege steigert unsere Schweißperformance noch einmal deutlich – und das mit überschaubaren Anschaffungskosten.“

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