anwenderreportage

Induktionsrichten statt Flammrichten

Lisec bietet seit über 50 Jahren innovative Maschinenlösungen im Bereich der Flachglasverarbeitung. Um bei ihren Stahlkonstruktionen den Verzug nach dem Schweißen in den Griff zu bekommen, setzt man seit gut einem Jahr auf zwei Induktionsheizgeräte von Alesco. Im Vergleich zum Flammrichten kommt das dabei eingesetzte Verfahren wesentlich schneller und materialschonender zum Ziel. Davon abgesehen entsteht beim Induktionsrichten keine Lärm- bzw. Geruchsbelästigung in der Fertigungshalle. Exklusiv vertrieben werden die Geräte in Österreich vom Schweißspezialisten Invertech. Von Ing. Norbert Novotny, x-technik

Beim Richten der Stahlkonstruktionen ist man bei Lisec nun doppelt so schnell. (Bilder: x-technik)

Beim Richten der Stahlkonstruktionen ist man bei Lisec nun doppelt so schnell. (Bilder: x-technik)

Shortcut

Aufgabenstellung:
Umstieg von Flammrichten auf Induktionsrichten bei Schweißkonstruktionen.

Lösung:
Alesco-Induktionsheizgeräte von Invertech.

Nutzen:
• Wesentlich geringerer Richtaufwand
• Angenehmeres Arbeiten für die Mitarbeiter ohne Lärm- und Geruchsbelästigung
• Geringere Energiekosten
• Vorwärmen des Materials vor dem Schweißen

Spätestens seit dem Induktionsherd haben die meisten schon davon gehört: Wärme elektromagnetisch da erzeugen, wo sie wirklich gebraucht wird. Im Inneren des Metalls. Man stelle sich nur vor, Hitze in sehr großer Menge und sehr schnell in Metall einbringen zu können. Ohne den Umweg wie beim Flammrichten durch eine Autogenflamme eine enorme Übertemperatur an der Oberfläche zu erzeugen.

Denn das Flammrichten birgt bekanntlich einige Nachteile: Die Temperatur an der Oberfläche muss sehr hoch werden, um den gewünschten Effekt in der Tiefe zu erzielen. Zudem greift die Flamme die Oberfläche an und beschädigt sie und die Erwärmung dauert zu lange. Doch mit den Geräten des schwedischen Herstellers Alesco gibt es eine kompakte, industrietaugliche Alternative. Eigentlich gedacht für den Einsatz an rostigen Schrauben und Bolzen, hat der deutsche Importeur VauQuadrat damit Anwendungen rings um die industrielle Schweißtechnik entwickelt: beispielsweise thermisches Richten an Schweißkonstruktionen durch Induktionstechnologie. Genau dafür hat die Lisec Austria Gmbh Anfang des Jahres in zwei Induktionsheizgeräte von Alesco investiert.

Beim Induktionsrichten wird die Wärme punktgenau dort eingebracht, wo sie benötigt wird. Im Vergleich zum Flammrichten kommt man mit wesentlich weniger Hitze aus.

Beim Induktionsrichten wird die Wärme punktgenau dort eingebracht, wo sie benötigt wird. Im Vergleich zum Flammrichten kommt man mit wesentlich weniger Hitze aus.

Andreas Mader
Schichtsprecher bei Lisec

„Der große Vorteil beim Induktionsrichten liegt im Vergleich zum Flammrichten beim wesentlich geringeren Zeitaufwand. Wir benötigen für den gesamten Richtvorgang nicht mal die Hälfte der Zeit.“

Durchgehende Wertschöpfungskette

Das Leistungsportfolio von Lisec umfasst Einzel- und Gesamtlösungen im Bereich der Flachglasverarbeitung und -veredelung. Dabei entwickelt und fertigt der niederösterreichische Maschinenbauer Glaszuschnitt- und Sortiersysteme, Einzelkomponenten und komplette Produktionslinien für die Isolier- und Verbundglasfertigung sowie Glaskanten-Bearbeitungsmaschinen und Vorspannanlagen.

Dass das Unternehmen großen Wert auf eine hohe Fertigungstiefe legt, wird beim Weg durch die Produktionshalle klar: Im Stahlbau vorbei an Schweißroboter und etlichen Handschweißplätzen kommt man in die Bereiche der Kreis- und Bandsägen sowie Rohrlaser- und Sandstrahlanlagen. Auch in der Blechbearbeitung und der mechanischen Fertigung verfügt man mit zwei Flachbettlaser, einem Blechbiegezentrum und mehreren Abkantpressen bzw. Dreh- und Fräsmaschinen über einen hervorragend ausgestatteten Maschinenpark.

Wesentlich angenehmeres Arbeiten als beim Flammrichten: Keine Schutzbrille, kein Knallen beim Zünden einer Flamme, keine sonstige Lärm- und Geruchsbelästigung.

Wesentlich angenehmeres Arbeiten als beim Flammrichten: Keine Schutzbrille, kein Knallen beim Zünden einer Flamme, keine sonstige Lärm- und Geruchsbelästigung.

Franz Kühberger
Beratung/Verkauf bei Invertech

„Beim Induktionsrichten wird die Wärme punktgenau dort eingebracht, wo sie benötigt wird. Zudem kommt man mit wesentlich weniger Hitze zum Ziel, was sich wiederum schonend auf das behandelte Material auswirkt.“

Unschlagbare Alternative

So werden im Stahlbau auch zahlreiche Schweißbaugruppen wie Trägerkonstruktionen oder Großgestelle selbst gefertigt. „Bei diesen Werkstücken ist der Richtaufwand relativ hoch. Teile, die wir dabei nicht auf der Richtpresse richten konnten, haben wir zuvor flammgerichtet“, erinnert sich Andreas Mader, Schichtsprecher bei Lisec. Auf das Induktionsrichten als Alternative zum Flammrichten kam man aufgrund von Eigenrecherchen vom Stahlbau-Gruppenleiter Roland Wahl und dadurch entstandener Empfehlung des Schweißtechnik-Spezialisten Invertech, der die Alesco-Geräte in Österreich exklusiv vertreibt. Nach den ersten Tests war man bei Lisec so begeistert, dass man nach einem Jahr Produktionsbetrieb mit der A1200 mit 12 kW Induktionsleistung ein zweites Gerät A4000 mit 18 kW bestellte. „Wenn man bei der Anwendung zusieht, versteht man auch, warum wir heute diese nicht mehr missen möchten“, verdeutlicht Leopold Neulinger, Stahlbauschlosser bei Lisec.

Der große Vorteil beim Induktionsrichten liegt laut den beiden Lisec-Mitarbeitern beim wesentlich geringeren Zeitaufwand: „Nicht nur das Erwärmen, sondern auch das Abkühlen geht deutlich schneller. Die gewärmte Zone ist sehr klein und die Abkühlung des Bauteils auf „handwarm“ geschieht in einer Geschwindigkeit, die man vom Flammrichten her nicht kennt. Dadurch benötigen wir für den gesamten Richtvorgang vergleichsweise nicht mal die Hälfte der Zeit.“

Begeistert von der neuen Richttechnologie (v.l.n.r.): Leopold Neulinger (Lisec), Franz Kühberger (Invertech) und Andreas Mader (Lisec)

Begeistert von der neuen Richttechnologie (v.l.n.r.): Leopold Neulinger (Lisec), Franz Kühberger (Invertech) und Andreas Mader (Lisec)

Infos zum Anwender

Lisec ist eine global tätige Gruppe und bietet seit über 50 Jahren innovative Einzel- und Gesamtlösungen im Bereich der Flachglasverarbeitung und -veredelung. Das Leistungsportfolio umfasst Maschinen, Automationslösungen und Services. (Bild: Lisec)

Punktgenau mit weniger Hitze

Die Geräte verfügen über eine Induktionswirkung bis in ca. 17 mm Tiefe, wodurch die Wärme punktgenau dort eingebracht werden kann, wo sie benötigt wird. „Zudem kommt man mit wesentlich weniger Hitze zum Ziel, was sich wiederum schonend auf das behandelte Material auswirkt“, so Franz Kühberger, Beratung/Verkauf bei Invertech.

Lobend erwähnt Neulinger auch die einfache Bedienung: „Zwar ist die einzubringende Temperatur nicht regelbar, allerdings lässt sich mittels Leistungseinstellung von 5 bis 100 % und der Anwendungsdauer, beispielsweise wie schnell man mit gedrücktem Auslöser über eine Fläche streicht, relativ einfach und schnell ein gut reproduzierender Arbeitsprozess finden.“ Außerdem hilft einem, dass die Induktionshitze im Zielgebiet relativ zügig (Anm.: unter einer Sekunde) auf etwa 700°C ansteigt (Anm: Dunkelrot- bis Dunkelkirschrot-Glut). Die weitere Erhitzung dauert erheblich länger, da ab diesen Temperaturen die Wirkung nachlässt. „Und wer's vermasselt und zu lange auf einem Punkt heizt, der spürt die Überschreitung des Curie-Punkts im Metall durch einen leichten Schlag im Induktor, wenn das Magnetfeld im Stahl zusammenbricht“, ergänzt Kühberger.

Angenehm und vielseitig

Dass das Richten mit dem neuen Verfahren nun wesentlich angenehmer geworden ist, begrüßen die Lisec-Mitarbeiter natürlich besonders. Keine abgetönte Schutzbrille mehr, kein Knallen beim Zünden einer Flamme, das Geräusch des Gerätelüfters ist in der Halle nicht wahrnehmbar. „Zum Thema Arbeitsschutz haben wir einen großen Schritt getan, da es mit der neuen Technologie im Gegensatz zum Flammrichten so gut wie keine Lärm- oder Geruchsbelästigung gibt“, zeigt sich Mader zufrieden.

Doch Lisec nutzt die beiden Alesco-Geräte nicht nur zum Richten, sondern überdies zum Vorwärmen des Materials vor dem Schweißen. „Auch das geht oberflächenschonender und schneller als mit der Flamme“, weiß Leopold Neulinger aus der Praxis. Und Andreas Mader meint noch abschließend: „Neben der enormen Arbeitszeitersparnis fallen zudem die Energiekosten wesentlich geringer aus. Es war die absolut richtige Entscheidung, die Empfehlung von Invertech anzunehmen und in die neue Richttechnologie zu investieren.“

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