Raumlüftungssysteme schließen Sicherheitslücke

Wenn Punktabsaugungen beim Schweißen nicht praktikabel sind, wenn unbeteiligte Mitarbeiter in der Werkshalle vor dem Schweißrauch geschützt werden sollen, dann greifen Raumlüftungssysteme. Denn erst dann ist eine sichere und vor allem saubere Arbeitsumgebung, in der sich Mitarbeiter wohlfühlen sowie Maschinen und Gebäude sauber bleiben, gewährleistet. Basierend auf langjähriger Erfahrung bietet Kemper – in Österreich vertreten durch die Arnezeder GmbH – verschiedene Raumlüftungssysteme an, um auf unterschiedlichste Voraussetzungen und Anwendungen in metallverarbeitenden Betrieben bedarfsgerecht reagieren zu können.

In einem Radius von bis zu zwölf Metern saugt der CleanAirTower in einem 360-Grad-Umkreis die verunreinigte Luft in rund vier Metern Höhe an. Die gesäuberte Luft wird von unten der Halle impulsarm wieder zugeführt.

In einem Radius von bis zu zwölf Metern saugt der CleanAirTower in einem 360-Grad-Umkreis die verunreinigte Luft in rund vier Metern Höhe an. Die gesäuberte Luft wird von unten der Halle impulsarm wieder zugeführt.

Gefahr im µm-Bereich

Die Staubpartikel gliedern sich in drei Gruppen nach Größe. Bis über 100 µm zählen die Stäube, die über Nase und Mund einatembar sind und früher als „Gesamtstaub“ bezeichnet wurden, zur einatembaren Fraktion. Unter 10 µm befindet sich die alveolengängige Fraktion. Dazu zählen solche Partikel, die auch in den Lungenbläschen (Alveolen) vordringen und sich dort ablagern können. Partikel, die kleiner als 0,1 µm sind, werden ultrafein genannt. 98,9 Prozent der Schweißrauch-Partikel sind kleiner 0,4 µm. Um eine W3-Zulassung zu erhalten, müssen Absaug- und Filteranlagen einen Abscheidegrad von mehr als 99 Prozent gegenüber Schweißrauch aufweisen. Dies erreicht auch der CleanAirTower. Daher hat Kemper den Tower bereits zur W3-Zertifizierung angemeldet.

Je dichter Schweißrauch am Entstehungsort erfasst wird, desto größer ist die Chance, alle gefährlichen Partikel aus der Luft in der Werkshalle abzusaugen. In Sachen Arbeitsschutz gilt in metallverarbeitenden Betrieben daher immer: Vorrang für sogenannte Punktabsaugungen. Nicht umsonst schreibt das Gesetz vor, Gefahrstoffe direkt am Entstehungsort aufzunehmen. Nur dadurch ist ein hoher Erfassungsgrad der gefährlichen Staubpartikel, die beim Schweißen entstehen, garantiert.

Doch die Praxis sieht oftmals anders aus. Kleinteilige Schweißungen an mehreren Stellen machen eine Punktabsaugung durch den ständigen Schweißplatzwechsel nicht praktikabel. Auch beim Schweißen großer Werkstücke ist eine Punktabsaugung häufig nicht realisierbar. Teilweise lassen sich die Schweißplätze durch die Beschaffenheit der Werkstücke mit Punktabsaugungen gar nicht erreichen. Und wenn Schweißer diese nicht optimal positionieren, entweichen Staubpartikel in die Werkshalle.

Mit dem CleanAirTower schützen Betriebe nicht nur die Schweißer selbst, sondern auch die unbeteiligten Mitarbeiter in der Werkshalle.

Mit dem CleanAirTower schützen Betriebe nicht nur die Schweißer selbst, sondern auch die unbeteiligten Mitarbeiter in der Werkshalle.

Michael Schütz
Vertriebsleitung Absaugtechnik der Arnezeder GmbH

„Anwendern kommt auch die Flexibilität des CleanAirTowers zugute. Da er im Gegensatz zu herkömmlichen Verdrängungslüftungen nicht an ein Rohrsystem angeschlossen ist, kann das Systeme bei sich ändernden Schweißarbeitsbereichen flexibel in der Halle neu platziert werden.“

Arbeitsschutz-Leck mit Raumlüftungen schließen

Dieses Leck bei der unmittelbaren Schweißrauchabsaugung schließen Raumlüftungssysteme. Wenn Punktabsaugungen nicht praktikabel sind, sind sie mehr als reine Ergänzung. Zudem garantieren Raumlüftungen auch den Schutz Unbeteiligter im Umfeld von Schweißanwendungen. Während Schweißer nämlich am Entstehungsort des Schweißrauchs durch spezielle Schweißerschutzhelme mit automatischer Belüftung und Filterung geschützt sind, gelangt der Schweißrauch ungehindert in das Umfeld. Mitarbeiter ohne Atemschutz sind den schädlichen Staubpartikeln schutzlos ausgesetzt. Und nicht nur das: Eine Raumlüftung verbessert durch die ständige Umwälzung der Luft auch das Innenraumklima und spart laut Kemper bis zu 70 Prozent Heizkosten ein.

In metallverarbeitenden Betrieben gibt es unterschiedlichste Voraussetzungen und Anwendungen. Daher bietet Kemper, basierend auf langjähriger Erfahrung, verschiedene Raumlüftungssysteme an. Je nach Wunsch und Anforderung können diese einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. So muss beispielsweise nicht zwingend die gesamte Fläche ausgestattet werden. Vielmehr können mithilfe der Kemper Systeme einzelne, neue Arbeitsbereiche geschaffen werden.

Die Frischluftverteilung beim System KemJet ist an den Standort der Anlage anpassbar, da die Hochleistungsdüsen um 30 Grad verstellbar sind.

Die Frischluftverteilung beim System KemJet ist an den Standort der Anlage anpassbar, da die Hochleistungsdüsen um 30 Grad verstellbar sind.

Energiesparendes Raumlüftung CleanAirTower

Der CleanAirTower setzt auf das von der Berufsgenossenschaft empfohlene Prinzip der Schicht- bzw. Verdrängungslüftung. In einem Radius von bis zu zwölf Metern saugt der Turm in einem 360-Grad-Umkreis die verunreinigte Luft in rund vier Metern Höhe an. Gelangt die Luft in das Innere, treffen die Partikel zuerst auf sogenannte Drallbleche. Diese versetzen die Luft in Rotation, sodass schwere Partikel und Funken direkt in eine Austragsrinne gelangen, ohne das Filter zu belasten.

Im Bereich der Schweißarbeitsplätze wird der Werkshalle saubere Luft impulsarm an bodennahen Quellauslässen wieder zugeführt. Dieser Effekt verstärkt den natürlichen Auftrieb des Schweißrauchs, sodass die Luftqualität im Umfeld der Quellauslässe und somit im Atembereich der Mitarbeiter steigt. Dank der minimalen Luftverwirbelung gelangt die verschmutzte Luft nicht in das unbelastete Umfeld. „So schützen Betriebe nicht nur die Schweißer selbst, sondern auch die unbeteiligten Mitarbeiter in der Werkshalle“, erklärt Michael Schütz, Vertriebsleiter der Arnezeder GmbH.

Beim Verdrängungslüftungs-Rohrleitungssystem werden Quellauslassrohre in Bodennähe, Einlassrohre in vier bis sechs Meter Höhe montiert und an eine zentrales Absaug- und Filtersystem angeschlossen.

Beim Verdrängungslüftungs-Rohrleitungssystem werden Quellauslassrohre in Bodennähe, Einlassrohre in vier bis sechs Meter Höhe montiert und an eine zentrales Absaug- und Filtersystem angeschlossen.

99, 9 % Abscheidegrad und optimiertes Energiemanagement

Innerhalb des CleanAirTowers sorgt ein PTFE-Membran-Filter für eine effektive Abscheidung der Staubpartikel – bis zu einem Abscheidegrad von 99,9 Prozent bei den schädlichen alveolengängigen Staubpartikeln, die sich in den Lungenbläschen absetzen können. Die Partikel fallen in einen hermetisch absperrbaren Bereich, aus dem sie pneumatisch ausgetragen und in eine wechselbare Einwegkartusche gefördert werden. So ist eine kontaminationsfreie Entsorgung der schädlichen Feinstäube möglich. Durch den automatischen Austrag ist ein unterbrechungsfreier Betrieb garantiert. Die Mitarbeiter kommen beim Wechsel der Staubeimer auf keinen Fall in Kontakt mit den Schmutzpartikeln.

Die Luftumwälzung des CleanAirTowers, bei der die bereits erwärmte Luft oben angesaugt und unten nach der Filterung wieder zugeführt wird, optimiert auch das Energiemanagement. Betriebe entgehen einer erneuten Beheizung der Halle und sparen so enorme Energiekosten ein. Durch die kontinuierliche Lüftung von unten verbessert sich zudem das Raumklima. Der CleanAirTower wird autark montiert. Das System in ein Rohrleitungssystem zu integrieren, ist nicht nötig. Daher erfolgt ein nachträglicher Einbau einfach und kostengünstig zugleich.

Die Raumlüftung Push-Pull ist ein gegenüberliegendes Auslass- und Einlassrohrleitungssystem, das an eine Absauganlage und Filteranlage zur Schweißraucherfassung angeschlossen wird.

Die Raumlüftung Push-Pull ist ein gegenüberliegendes Auslass- und Einlassrohrleitungssystem, das an eine Absauganlage und Filteranlage zur Schweißraucherfassung angeschlossen wird.

Hallenlüftung Verdrängungslüftung

Eine weitere Hallenlüftungs-Lösung von Kemper, die nach dem Prinzip der Schichtlüftung funktioniert, ist das Verdrängungslüftungs-Rohrleitungssystem. Dabei werden Quellauslassrohre in Bodennähe sowie Einlassrohre in vier bis sechs Meter Höhe montiert und an eine zentrales Absaug- und Filtersystem angeschlossen. Es eignet sich zur Raumlüftung für Werkstätten mit mittleren bis großen Schweißrauch- und Staubmengen und gewährleistet an den Arbeitsplätzen einen konstanten und impulsarm zirkulierenden Luftstrom.

Raumlüftungssysteme mit Mischlüftung

Außerdem bietet Kemper mit KemJet und dem Push-Pull-System Anlagen mit Mischlüftung. Auch bei diesem Prinzip wird die verschmutzte Luft in einer Höhe von vier bis sechs Metern angesaugt. Bei der Mischlüftung wird hingegen die gereinigte Luft in einer Höhe von vier Metern über Düsen oder Lüftungsgitter wieder ausgeblasen und so die gesamte Luft durchmischt.

Auch diese schützen Mitarbeiter und Maschinen effektiv vor Feinstaub beim Schweißen. Die Frischluftverteilung beim System KemJet ist dabei an den Standort der Anlage anpassbar, da die Hochleistungsdüsen um 30 Grad verstellbar sind. Die erwärmte, gereinigte Luft verbleibt im Raum, sodass im Winter Heizungswärme erhalten bleibt und dadurch Energiekosten eingespart werden. Zudem ist der Geräuschpegel des Systems laut Kemper besonders niedrig.

Die Raumlüftung Push-Pull ist ein gegenüberliegendes Auslass- und Einlassrohrleitungssystem, das an eine Absauganlage und Filteranlage zur Schweißraucherfassung angeschlossen wird. Es ist laut Kemper kostengünstig, da die integrierte Absaug- und Filteranlage auch für zusätzliche Anwendungen verwendet werden kann und weiterhin nur eine Anlage benötigt wird.

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