anwenderreportage

Stanzen und Biegen wie aus einem Guss

Als hochspezialisierter Blechverarbeiter investiert die Panhuber GmbH regelmäßig und zukunftsorientiert in ihren Maschinenpark. Dabei vertraut der Familienbetrieb im Laserschneiden, Stanzen und Biegen seit 20 Jahren auf Maschinen von Salvagnini. Um für das kontinuierlich wachsende Auftragsvolumen über ausreichend Fertigungskapazität zu verfügen, wurde zum Jahreswechsel eine dritte, brandneue Produktionslinie S4+P4 in Betrieb genommen. Von Ing. Norbert Novotny, x-technik

Zum Jahreswechsel wurde bei Panhuber bereits die dritte vollautomatisierte Produktionslinie S4+P4 von Salvagnini in Betrieb genommen. (Bilder: x-technik)

Zum Jahreswechsel wurde bei Panhuber bereits die dritte vollautomatisierte Produktionslinie S4+P4 von Salvagnini in Betrieb genommen. (Bilder: x-technik)

Ing. Wolfgang Panhuber
Geschäftsführer der Panhuber GmbH

„Neben den beeindruckenden Produktionszeiten der Stanz-Biegelösung S4+P4 von Salvagnini erreichen wir mit der vollautomatisierten Produktionslinie eine gleichbleibend hohe Qualität der Teile und ein Maximum an Produktivität.“

Im Jahr 1983 wagte Ing. Wolfgang Panhuber den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete nach Kauf einer Schlosserei in Taufkirchen an der Trattnach (OÖ) gemeinsam mit seiner Frau Josefa die Panhuber GmbH. „Wir haben uns relativ unbedarft, aber auch mit einer Portion Mut an die Arbeit gemacht und zu Beginn neben Dreh, Fräs- und Schweißarbeiten auch schon viel Blech mit Schlagschere, Abkantpresse, Exzenterpressen und wenig später einer Nibbelmaschine verarbeitet“, erinnert sich der Firmenchef, der nach seiner Matura in Landtechnik an der HTL Wieselburg im Jahr 1976 bei diversen Firmen wie Epple oder Pöttinger Berufserfahrung sammelte, an die Anfangszeiten.

Mit dem Ankauf einer Laserschneidmaschine im Jahr 1993, übrigens als einer der ersten Fertigungsbetriebe in Oberösterreich, wurde gleichzeitig auch der Entschluss gefasst, sich ausschließlich auf reine Blechverarbeitung zu spezialisieren. „Die damalige Entscheidung war goldrichtig. Das permanente Wachstum der Firma führte schließlich 1997 zum Neubau eines Produktions- und Bürogebäudes an unserem jetzigen Standort in Obertrattnach“, erläutert Panhuber. Nach einem weiteren Zubau stehen heute etwa 6.500 m2 Produktionsfläche zur Verfügung, um mit derzeit rund 20 Beschäftigten jährlich mehr als 2.000 Tonnen Blech zu verarbeiten.

Ausgehend von einem Lagerturm wird die Stanzmaschine S4 mit einzelnen Blechtafeln aus den Regalreihen automatisch gespeist.

Ausgehend von einem Lagerturm wird die Stanzmaschine S4 mit einzelnen Blechtafeln aus den Regalreihen automatisch gespeist.

Ing. Gerhard Öllinger
Kundendienstleiter bei der Salvagnini Maschinenbau GmbH

„Die neue Produktionslinie bei Panhuber wurde aus Maschinen, Komponenten und Software der neuesten Generation zusammengestellt. Die Ablaufsteuerung und somit der Produktionsfluss konnten absolut perfektioniert werden.“

Salvagnini als langjähriger Wegbegleiter

„In den vergangenen überaus spannenden und abwechslungsreichen 38 Geschäftsjahren wuchs der Maschinen- und Anlagenpark kontinuierlich. Ein langjähriger Wegbegleiter, wenn es um intelligente Maschinenlösungen für die Blechverarbeitung geht, ist dabei Salvagnini“, bemerkt Panhuber. Vor genau 20 Jahren wurde bei den Oberösterreichern die erste Salvagnini-Maschine in Betrieb genommen. „Die damalige CO2-Laserschneidmaschine L1 war in ihrer Kompaktheit und Effizienz von anderen Anbietern für unsere Anforderungen nicht zu schlagen“, weiß noch der Firmenchef, der fortfährt: „Mit Salvagnini haben wir seitdem einen überaus wichtigen Partner gewonnen, der uns stets auf Augenhöhe begegnet und immer da war, auch wenn es einmal brenzlig geworden ist.“

Aktuell sind es insgesamt zwei Faserlaserschneidmaschinen L3 sowie drei Produktionslinien S4+P4 von Salvagnini, die in den Produktionshallen von Panhuber zuverlässig ihre Arbeit verrichten. „Auch die Investition in die erste S4+P4-Linie in der Mitte der 2000er-Jahre war ein Meilenstein für uns“, erinnert sich Wolfgang Panhuber. Damals suchten die Taufkirchner nach einem System, mit der sie für einen Kunden Verkleidungen für Heizkessel aus heiklem, vorlackiertem Blech absolut kratzerfrei in einem Produktionsfluss vom Stanzen bis zum Biegen automatisiert fertigen konnten. „Mit der S4+P4 haben wir das Problem in den Griff bekommen, denn dank der Linienproduktion ohne jegliches Zwischenhandling sind mögliche Beschädigungen der Teile durch Manipulation gänzlich ausgeschlossen“, zählt er einen wesentlichen Vorteil der vollautomatisierten Stanz-Biegelinie auf. Dank der Maschinenlösung von Salvagnini sei das Unternehmen aus der Heiztechnikbranche heute einer der größten Kunden, der sein Auftragsvolumen in den letzten beiden Jahren stark gesteigert hat.

In der Pufferstation können bei Bedarf gestanzte Teile zwischengelagert oder auch weitere Bleche zum Biegen der Linie zugefüttert werden.

In der Pufferstation können bei Bedarf gestanzte Teile zwischengelagert oder auch weitere Bleche zum Biegen der Linie zugefüttert werden.

Kapazitätssteigerung in der Linienproduktion

Um über die dafür nötige Fertigungskapazität zu verfügen, orderte Panhuber bei Salvagnini eine dritte S4+P4-Linie, die nun seit Anfang des Jahres im Einsatz ist. Ausgehend von einem Lagerturm wird zunächst die Stanzmaschine S4 mit einzelnen Blechtafeln aus den Regalreihen automatisch gespeist. Ein schnelles Weiterleiten innerhalb der Produktionslinie wird durch den Punch-Cut-Mode der Maschine möglich. Dank des Mehrfachpressen-Stanzkopfes von Salvagnini kann in Kombination mit der vorhandenen Winkelschere Teil für Teil fertiggestanzt und in der Linie weiter transportiert werden. „Diese Produktionsweise ist nur deshalb möglich, da aufgrund der fix eingebauten Werkzeuge unseres Stanzkopfes ein zeitaufwändiger Werkzeugwechsel im Stanzprozess entfällt“, geht Ing. Gerhard Öllinger, Kundendienstleiter bei Salvagnini Österreich, ins Detail. Die Winkelschere fungiere dabei eigentlich als Trennstempel, der die einzelnen Teile auseinandertrennt und gleichzeitig das Restblech zerhackt. „Dies macht die S4 unübertrefflich im Hinblick auf die Zykluszeit“, so Öllinger weiter.

Nach der Stanzmaschine folgt eine Pufferstation, in der bei Bedarf gestanzte Teile zwischengelagert oder auch weitere Bleche zum Biegen der Linie zugefüttert werden können. Um vor dem Kanten den etwaigen Stanzgrad bzw. die Vorbeschichtung auf der gewünschten Seite zu haben, verfügt die Fertigungsstraße noch über eine Blechwendeeinheit.

Um vor dem Kanten den etwaigen Stanzgrad bzw. die Vorbeschichtung auf der gewünschten Seite zu haben, verfügt die Fertigungsstraße über eine Blechwendeeinheit (links).

Um vor dem Kanten den etwaigen Stanzgrad bzw. die Vorbeschichtung auf der gewünschten Seite zu haben, verfügt die Fertigungsstraße über eine Blechwendeeinheit (links).

Das Biegezentrum P4lean 3220 mit einer Kantlänge von max. 3.200 mm und einer Biegehöhe von max. 203 mm bearbeitet Blechstärken bis zu 3,2 mm.

Das Biegezentrum P4lean 3220 mit einer Kantlänge von max. 3.200 mm und einer Biegehöhe von max. 203 mm bearbeitet Blechstärken bis zu 3,2 mm.

Infos zum Anwender

Die Panhuber GmbH wurde 1983 von Ing. Wolfgang Panhuber und seiner Frau Josefa als Fachbetrieb für Maschinenschlosserei gegründet. Seitdem agiert das Unternehmen als moderner Familienbetrieb. In den vergangenen, abwechslungsreichen 38 Geschäftsjahren wuchs der Maschinen- und Anlagenpark kontinuierlich. Das heutige Leistungsprofil erstreckt sich vom Schwerpunkt-Segment Blechverarbeitung bis hin zu Projektabwicklungen im Maschinenbau.

Maximum an Produktivität und Qualität

Am Ende der Linie befindet sich das Biegezentrum P4lean 3220 mit einer Kantlänge von max. 3.200 mm und einer Biegehöhe von max. 203 mm, das Blechstärken bis zu 3,2 mm bearbeiten kann. Während des gesamten Bearbeitungsvorgangs wird dabei die Bewegung des Blechs vollkommen automatisch mittels Manipulator gesteuert, der zu Beginn des Zyklus nur ein einziges Mal die Zentrierung des Teils vornimmt und die zu kantende Seite vor der Biegeeinheit positioniert. „Dank der universellen Werkzeuge, die sich automatisch an die Geometrie des Blechs anpassen, entfällt das zeitraubende Rüsten, was die Maschine hochproduktiv macht“, betont der Kundendienstleiter.

Zudem misst das Biegezentrum dank MAC 2.0-Technologie und analytischer Biegeformel von Salvagnini hauptzeitparallel und hundertstelgenau eventuelle Materialabweichungen, die – sollten diese außerhalb der Toleranzgrenze liegen – automatisch durch die Anpassung der Bewegungen der Biegewangen kompensiert werden. „Neben den ohnehin beeindruckenden Produktionszeiten der Linie bedeutet dies für uns eine gleichbleibend hohe Qualität der Teile und ein Maximum an Produktivität“, ist Panhuber voll des Lobes.

„Die neue Produktionslinie bei Panhuber wurde aus Maschinen, Komponenten und Software der neuesten Generation zusammengestellt. Die Ablaufsteuerung und somit der Produktionsfluss konnten absolut perfektioniert werden“, bringt es Öllinger auf den Punkt. Und Wolfgang Panhuber ergänzt: „Zudem arbeiten die neuen Maschinen überaus energieeffizient. Im Vergleich zu unseren Salvagnini-Maschinen älterer Generationen konnte der Energiebedarf enorm reduziert werden.“

Bei Panhuber sind zudem zwei Faserlaserschneidmaschinen L3 von Salvagnini im Einsatz.

Bei Panhuber sind zudem zwei Faserlaserschneidmaschinen L3 von Salvagnini im Einsatz.

Die beiden Laserschneidmaschinen werden vollautomatisiert be- und entladen.

Die beiden Laserschneidmaschinen werden vollautomatisiert be- und entladen.

Flexible Allrounder

Das gelte auch für die zwei Faserlaserschneidmaschinen L3 von Salvagnini, die 2019 neu angeschafft wurden. Angebunden an ein Hochregallager werden die beiden vollautomatisiert betrieben. Um die Autonomie bei der mannlosen Produktion zu gewährleisten, sind die Maschinen mit einem APC2-Sensor zur Schneidprozessüberwachung ausgerüstet. „Ausgestattet mit einem Schneidbereich von 3 x 1,5 m bzw. 4 x 2 m sowie einer Laserleistung von 4 bzw. 6 kW sind wir im Laserzuschnitt sehr flexibel aufgestellt“, bemerkt der Firmenchef.

Die Oberösterreicher schneiden hauptsächlich Stahlblech bis 20 mm, verarbeiten aber auch Edelstahl größtenteils bis 12 mm sowie Aluminium bis 8 mm. „Die L3 ist eine produktive und vielseitige Lösung, die mit hoher Schnittgeschwindigkeit und qualitativ sehr guten Schneidergebnissen überzeugt sowie schnelle Produktionswechsel ermöglicht“, zeigt sich Panhuber zufrieden.

20 Jahre erfolgreiche Partnerschaft (v.l.n.r.): Gerhard Öllinger (Salvagnini), Wolfgang und Sohn Gerhard Panhuber sowie David Mörtenböck (Salvagnini).

20 Jahre erfolgreiche Partnerschaft (v.l.n.r.): Gerhard Öllinger (Salvagnini), Wolfgang und Sohn Gerhard Panhuber sowie David Mörtenböck (Salvagnini).

Am Ende der Linie befindet sich das Biegezentrum P4lean 3220.

Am Ende der Linie befindet sich das Biegezentrum P4lean 3220.

Dank der universellen Werkzeuge, die sich automatisch an die Geometrie des Blechs anpassen, entfällt das zeitraubende Rüsten, was die P4lean hochproduktiv macht.

Dank der universellen Werkzeuge, die sich automatisch an die Geometrie des Blechs anpassen, entfällt das zeitraubende Rüsten, was die P4lean hochproduktiv macht.

Mehr als wettbewerbsfähig

Was Wolfgang Panhuber neben der hohen Qualität der Maschinen für mindestens genauso wichtig erachtet, ist das Service des Maschinenlieferanten: „Es hilft mir die beste Maschine nichts, wenn sie steht. Sie muss bei einem Ausfall so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen. Der Support seitens Salvagnini ist seit 20 Jahren höchst professionell und vorbildlich.“ Zum Abschluss bringt er noch eines auf das Tableau: „Mit einem solch zuverlässigen und kompetenten Partner wie Salvagnini sind wir für zukünftige Anforderungen unserer Kunden gerüstet und bleiben auch in den nächsten Jahren mehr als wettbewerbsfähig.“

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